Die Nummer 1 Webseite zum Thema Hören und Schwerhörigkeit
Seit 1999

29 November 2016

Mehr als 52 Millionen EU-Bürger riskieren eine schlechtere Lebensqualität

Wenn ein kleiner Anteil der existierenden Bluetooth-Bandbreite nicht für Hörgeschädigte reserviert wird, riskieren 52 Millionen EU-Bürger eine Herabsetzung der Lebensqualität.

Mehr als 52 Millionen EU-Bürger riskieren eine schlechtere Lebensqualität

Mehr als 52 Millionen EU-Bürger und mehr als 120 Millionen Europäer haben eine Schwerhörigkeit, die so stark ausgeprägt ist, dass sie ein Problem im Alltag darstellt.

Hear-it AISBL, die Organisation hinterhear-it.org, hat sich schriftlich an eine Reihe europäische und nationale Behörden, Organisationen und Mitglieder des Europäischen Parlaments gewendet und die Reservierung eines kleinen Teils der verfügbaren Bluetooth-Bandbreite für Schwerhörige empfohlen.

Den Millionen von schwerhörigen Bürgern soll die barrierefreie Teilnahme an Tagungen, öffentlichen Veranstaltungen, sowie Aktivitäten in Gedenkstätten, Museen, Konzertsälen, Kinos und Theatern ermöglicht werden. Das setzt voraus, dass die Betroffenen ihre Hörgeräte mittels Bluetooth zu Sendern verbinden können und dadurch mithören können. Auch in Busbahnhöfen oder Flughäfen ist eine solche Bluetooth-Verbindung zu einem Sendersystem wichtig für Menschen mit Schwerhörigkeit.

Menschen mit Hörverlust sind in solchen Situationen von der Bluetooth-Technologie abhängig.

Hörgeräte und Bluetooth-Technologie

In dem Schreiben empfiehlt Hear-it AISBL, dass ein kleiner Anteil der verfügbaren Bluetooth-Bandbreite für die Millionen von schwerhörigen Bürgen reserviert wird, um Menschen mit Hörminderung eine bessere Lebensqualität und die Teilnahme in solchen Situationen zu ermöglichen, anstelle die gesamte Bandbreite als Eigentum großer Konzerne bzw. für kommerzielle Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Das Problem ist ganz einfach: Hörgeräte nutzen bereits heute Bluetooth für die Geräuschübertragung von Mobiltelefonen, persönlichen Musikabspielgeräten, TV, in Klassenzimmern und vielen anderen Alltagssituationen. Zukünftig wird die Bluetooth-Technologie eine immer größere Rolle spielen.

Interferenzen

Ein weiteres Problem sind Interferenzen zwischen den verschiedenen Bluetooth-Frequenzen, die für verschiedene Zwecke verwendet werden. Dadurch kann eine Geräuschübertragung an ein Hörgerät gestört oder blockiert werden. Bei kleinen Bluetooth-Geräten wie Hörgeräten gibt es kaum Möglichkeiten solche Interferenzen zu verhindern. Interferenzen können lediglich durch effektive Filter verhindert werden. Diese Filter können in Hörgeräten keine Anwendung finden, da sie eine gewisse Größe haben müssen, um effektiv zu sein. Das ist in einem Hörgerät nicht möglich. 

Die richtige Entscheidung treffen

Die Wahl ist sehr einfach: Entweder werden die Bedürfnisse der 120 Millionen Europäer mit Schwerhörigkeit berücksichtigt und ihnen eine bessere Lebensqualität im Alltag ermöglicht, oder es wird zu Gunsten großer internationaler Unternehmen entschieden. Dadurch könnten in die Staatskassen zwar kurzfristig ein paar Millionen oder sogar Milliarden Euro fließen. Allerdings würden die auf längere Sicht anfallenden Sozial-Kosten, die durch die niedrige Lebensqualität der Betroffenen entstehen, diese Einnahmen bei Weitem übersteigen.

Hear-it AISBL drängt dringend darauf, dass europäische Politiker und relevante Behörden sich für die Lebensqualität der 120 Millionen Europäer entscheiden.

Lesen Sie den Brief von Hear-it AISBL in voller Länge (in englischer Sprache).

Bitte benutzen Sie unsere Artikel

Sie dürfen unsere Artikel sehr gerne verwenden und zitieren. Die einzige Bedingung ist, dass Sie einen direkten Link zu dem bestimmten Artikel auf unserer Seite bereitstellen.

Leider können Sie unsere Bilder nicht verwenden, da wir selber nicht das entsprechende Urheberrecht haben und die Bilder nur direkt auf unserer Seite verwenden dürfen.