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Enge Verbindung zwischen Tinnitus und Schwerhörigkeit

Die medizinische Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass diejenigen, die Tinnitus haben, oft auch schwerhörig sind.

Enge Verbindung zwischen Tinnitus und Schwerhörigkeit

Hörverlust kann in vielen verschiedenen Formen und in verschiedenen Frequenzen auftreten. Bei manchen Menschen tritt nur eine milde Hörbeeinträchtigung in einem sehr kleinen Frequenzbereich als Folge einer kleinen Verletzung des Innenohrs auf. Damit wird die Schwerhörigkeit als Tinnitus wahrgenommen. 

Diese Form von Schwerhörigkeit kann nicht mit den bekannten Methoden gemessen werden. Man spricht dann von einem versteckten Hörverlust. Ein typisches Zeichen dieser Form von Schwerhörigkeit ist es, wenn die Betroffenen bei vielen Hintergrundgeräuschen schlecht hören können.  

Fehlendes audiologisches Signal

Weitere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Tinnitus durch fehlende oder reduzierte Nervenaktivität in den Nerven, die den beschädigten Teil des Innenohres mit dem zentralen Nervensystem im Gehirn verbinden, verursacht wird. Dies führt dazu, dass das Signal, das an das Gehirn gelangt, übersteuert wird und dadurch im Gehirn ein Geräusch gehört wird, obwohl das Ohr diesen Ton nicht wahrgenommen hat. Das heißt Tinnitus.

Laute Geräusche können sowohl die Haarsinneszellen im Innenohr als auch die Nerven schädigen, die Signale vom Innenohr zum Gehirn senden. Damit kann eine akustische Überbelastung zu lärmverursachten Hörverlust (lärmbedingte Schwerhörigkeit) führen.

Die Haarsinneszellen und die Nerven können auch durch andere Dinge wie Medikamente geschädigt werden, was somit zu Tinnitus führt.

Spontane akustische Signale im Gehirn

Laut aktueller Forschung liegt die Ursache für Tinnitus außerdem in der reduzierten Signalübertragung vom Innenohr zum Gehirn, weil dadurch in der Nervenverbindung zwischen Innenohr und Gehirn spontane Signale entstehen, die vom Gehirn als Klang interpretiert werden.

In Tierversuchen, in denen Tiere einen Hörverlust hatten, wurde ebenfalls Tinnitus festgestellt. Andere Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Menschen mit reduzierten audiologischen Signalen eher dazu neigen, Phantom-Geräusche zu hören.

Eine Behandlung von Hörverlust mittels Hörgeräten kann Tinnitus entgegenwirken. Durch Hörgeräte oder auch eine Operation kann das Signal verstärkt werden, was den erlebten Tinnitus reduziert. Dies lässt sich damit erklären, dass das audiologische Tinnitus-Signal übertönt wird, oder dass die spontane Nervenaktivität durch die existierenden Signale aus dem Innenohr reduziert werden. 

Jeder Mensch mit Tinnitus hat also auch eine Form von Hörverlust. Umgekehrt hat aber nicht jeder mit Schwerhörigkeit auch Tinnitus. 

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