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28 Juli 2010

Allgemeinmediziner entdecken Schwerhörigkeit oft nicht

Eine australische Untersuchung hat bewiesen, dass die Schwerhörigkeit eines Patenten nicht immer vom Allgemeinmediziner entdeckt wird. Dies hat nicht nur Konsequenzen für die einzelnen Betroffenen, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Allgemeinmediziner entdecken Schwerhörigkeit oft nicht

Natürlicherweise suchen Menschen bei Beschwerden einen Allgemeinmediziner auf. Wer sich aber nicht selbst darüber im Klaren ist, dass er möglicherweise an einer Schwerhörigkeit leidet, kann sich nicht sicher sein, dass ein solches Leiden vom Allgemeinmediziner entdeckt wird. Dies sind die Ergebnisse einer Untersuchung, durchgeführt vom Westmead Millenium Institute von der University of Sydney, Australien. Die Forscher nahmen hierbei Daten aus den Jahren 1998 bis 2000 sowie 2003 bis 2008 unter die Lupe.

Altersbedingte Schwerhörigkeit oft übersehen
„Bei den generellen Gesundheitskontrollen haben Allgemeinmediziner die Möglichkeit das Gehör des Patienten unter die Lupe zu nehmen. Doch nur wenige Fälle von Schwerhörigkeit werden auf diesem Weg diagnostiziert“, so Untersuchungsleiter Prof. Mitchell. Eine Schwerhörigkeit wird besonders oft bei älteren Menschen übersehen.

Aus der Studie wird geschlussfolgert, dass Allgemeinmediziner generell eine größere Rolle in der Diagnostizierung und Behandlung von Schwerhörigkeit einnehmen sollten.

Mehr Aufmerksamkeit gefordert
Es gibt viele Gründe für die niedrige Diagnostizierungsrate von Schwerhörigkeit seitens der Allgemeinmediziner. Zeitdruck, niedrige Löhne und fehlende Aufmerksamkeit auf das Problem oder ganz einfach fehlende Gerätschaften, um eine Schwerhörigkeit diagnostizieren zu können - das alles können Gründe dafür sein. Prof. Mitchell sieht eine Lösung des Problems in Online-Schulungen, die Allgemeinmediziner über die Wichtigkeit der Frühindikation von altersbedingter Schwerhörigkeit aufklären.

Er ist überzeugt, dass die Rolle der Allgemeinmediziner betrachtet werden muss, um die Vorteile der Frühversorgung und Behandlung von altersbedingter Schwerhörigkeit für einen größeren Teil der Betroffenen zugänglich zu machen.

Teuer für Gesellschaft
Den Betroffenen kommt eine nichtdiagnostizierte Schwerhörigkeit teuer zu stehen. Frustrationen, Einsamkeitsgefühle und Isolation sind für viele an der Tagesordnung. Aber auch die Gesellschaft ist dadurch sehr belastet. Denn eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann zum Ausscheiden der Betroffenen von Arbeitsmarkt führen oder die Anzahl der Krankentage deutlich anheben. Außerdem sind die Kosten der Krankenversorgung höher. In Europa alleine belaufen sich die Jahreskosten für unbehandelten Hörverlust auf 213 Billionen Euro. Das entspricht circa 473 Euro pro Kopf, pro Jahr. „Die Ausgaben, die durch unbehandelte Schwerhörigkeit entstehen, sind so hoch, dass dagegen etwas getan werden muss. Es kostet verhältnismäßig wenig, eine Schwerhörigkeit zu behandeln. Daher scheint es nur logisch, dass dieses Problem in Angriff genommen werden sollte“, so Kim Ruberg , Secretary General, Hear-it AISBL.

Für die meisten Menschen beginnt der Hörsinn im Alter von 30 bis 50 nachzulassen. Jeder sechste Erwachsene und über die Hälfte der über 80-Jährigen, leidet an Schwerhörigkeit. Jeder zweite Schwerhörige ist im arbeitsfähigen Alter.

Quelle:www.medicalnewstoday.com, ”Evaluation of the Social and Economic Costs of Hearing Impairment”, October 2006, Hear-it AISBL

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