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28 Juni 2016

Antibiotika gegen bakterielle Infektionen können Schwerhörigkeit verursachen

Patienten, die mit Aminoglykosid-Antibiotika behandelt werden, laufen Gefahr eine Schwerhörigkeit zu erleiden. Das hat eine Studie ergeben.

Antibiotika gegen bakterielle Infektionen können Schwerhörigkeit verursachen

Forscher von der Oregon Health and Science University School of Medicine, USA haben herausgefunden, dass die Verwendung von Aminoglykosid-Antibiotika gleichzeitig ein großes Risiko für Patienten mit bakteriellen Entzündungen darstellt. Die Medikamente können die Sinneshaarzellen im Innenohr schädigen, die für das Weiterleiten von Geräuschen verantwortlich sind.  Durch die Infektion wird die Aufnahme des Medikaments erhöht.

Aminoglykoside werden beispielweise zur Behandlung von Meningitis, Bakteriämie, Atemwegserkrankungen bei zystischer Fibrose und Frühgeborenen mit Infektionen eingesetzt.

Forschung mit Mäusen

Im Rahmen der Studie wurden gesunde Mäuse einer geringen Menge Aminoglykoside ausgesetzt. Die Tiere wurden daraufhin in geringem Grade schwerhörig. Mäuse die gleichzeitig von einer Entzündung betroffen waren, bildeten eine wesentlich schwerere Schwerhörigkeit aus.  

"Wenn sie gesunden Tieren oder Menschen über längere Zeit Aminoglykoside geben, werden sie eine Schwerhörigkeit ausbilden. Wenn Menschen oder Tiere eine Infektion haben, die eine Entzündungsreaktion hervorruft, werden sie das Gehör viel schneller verlieren", erklärt Peter S. Steyger, PhD, Professor für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie vom Oregon Hearing Research Center, Oregon Health and Social Science University of Medicine, USA.

Hohes Risiko bei Säuglingen

Frühgeborene Babys auf den Neugeborenen-Intensivstationen haben dabei das größte Risiko dieser Infektionen. "Wenn Kinder ihr Gehör verlieren, beginnen sie einen langen und mühsamen Prozess in dem sie das Hören und Sprechen lernen. Dies kann den Bildungsweg und die psychosoziale Entwicklung der Kinder stören, und das kann sich wiederum deutlich auf die zukünftige Berufsfähigkeit, das Einkommen und die Lebensqualität auswirken", erklärt Steyger.

Verbesserung der Richtlinien

Die Autoren der Studie fordern Mediziner dazu auf, gezieltere Antibiotika zu wählen, die das Gehör nicht schädigen, wenn es um die Behandlung schwerer Infektionen geht. Sie hoffen, dass ihre Forschung die Grundlage für die Verbesserung der Richtlinien zur Verwendung von Aminoglykosid-Antibiotika legt. "Wir müssen allen Medizinern schnell Alternativen bereitstellen,  die bei der Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden können, ohne dass die Patienten dabei ihr Gehör verlieren.", so Steyger weiter.

Quellen:www.medicaldaily.com undwww.examiner.com

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