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Bis zu 90 Prozent der Patienten hören besser durch Cochlear Implantate

Schätzungen zufolge verbessert sich durch Cochlear-Implantate bei 90 Prozent der Kinder und 80 Prozent der Erwachsenen das Gehör.

Bis zu 90 Prozent der Patienten hören besser durch Cochlear Implantate

Laut einer umfassenden spanischen Studie an 877 Kindern und Erwachsenen ermöglichen Cochlear-Implantate eine erfolgreiche Behandlung, sofern Hörgeräte bei stark schwerhörigen Patienten nicht in Frage kommen.

Ein Cochlear-Implantat ist ein elektronisches Gerät, das in das Innenohr einoperiert wird. Es wandelt Geräusche in elektrische Signale um, die an den Hörnerv weiter geleitet werden.

Kleines Implantat, gutes Ergebnis

Die besten Ergebnisse wurden bei Kindern erlangt, die Cochlear-Implantate im Alter von 0-3 Jahren bekamen. Sie erreichten eine 90 bis 95 Prozent Verbesserung der Hör- und Sprechfähigkeit. 80-90 Prozent dieser Kinder entwickeln ein Gehör und eine Sprache, die einem normal hörenden Kind entsprechen.

Bei 80 Prozent der Erwachsenen besserte sich das Gehör in Bezug auf Erkennung und Umweltgeräusche, Stimmenkontrolle, Sprachverständnis und bei interaktiven Gesprächen. In lauten Umgebungen, auf Entfernung und bei Gruppengesprächen war das Verstehen jedoch leicht eingeschränkt.

Die meisten erwachsenen Patienten erlebten eine Verbesserung der Lebensqualität in Bezug auf ihren psychischen Zustand und ihr Sozialleben.

In Spanien haben rund 3.800 Menschen Cochlear-Implantate. Darunter sind 61 Kinder mit Hörverlust und 39 Prozent Erwachsene. Weltweit sind bei rund 80.000 Menschen Cochlear-Implantate eingestetzt.

Früherkennung und frühe Implantierung sorgen für optimale Ergebnisse

Eine frühe Diagnose von Hörverlust und die frühe Behandlung mit Cochlear-Implantaten ist für die Patienten wichtig, um ihr Gehör wiederzuerlangen.

Diverse Studien belegen, dass die Dauer des Hörverlusts vor der Implantierung mit dem Cochlear-Implantat die Rückgewinnung des Gehörs deutlich beeinflusst. Viele Jahre der Hörschädigung erschweren die Genesung. Eine mögliche Erklärung ist, dass das Gehirn eine “Erinnerung an Töne“ speichert. Je länger eine Person keine Töne mehr gehört und eingeordnet hat, desto schwieriger ist es für das Gehirn, die elektrischen Signale zu erkennen, die das Cochlear-Implantat ihm sendet.

Andere Faktoren wie angeborene Krankheiten, die den Zustand der Schnecke schwächen, können die Wiedererlangung des Gehörs ebenfalls beeinträchtigen. Besonders bei Erwachsenen spielen Stimulierungsstrategien nach der OP eine wichtige Rolle, um das Gehör wiederzuerlangen. Dabei sind auch die Patientenmotivation und eine stützende und verständnisvolle Familie wichtig.

Quelle: Analysis of the Cochlear Implant as a Treatment Technique for Profound Hearing Loss in Pre and Postlocutive Patients, Acta Otorrinolaringol Esp 2006; 57: 2-23 Bd. 57, Nr. 1, Januar 2006, undelpais.es, 13. Oktober 2006.

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