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02 Dezember 2004

Bis zu vier Jahre Wartezeit

Das öffentliche Gesundheitswesen in Großbritannien lässt Hörgeschädigte bis zu vier Jahre auf ihr Hörgerät warten. Laut einer britischen Studie liegt die durchschnittliche Wartezeit bei rund einem Jahr.

Die Studie wurde von der britischen Audiologengesellschaft durchgeführt und zeichnet ein trauriges Bild von der landesweiten Hörgeräte-Verteilung.
In vielen Krankenhäusern sind die Wartelisten so lang, dass die Patienten durchschnittlich 47 Wochen auf ihr Hörgerät warten müssen. Auch wesentlich längere Wartezeiten sind üblich.

In über einem Drittel der britischen Krankenhäuser liegt die Wartezeit bei über einem Jahr. Bei 80 Prozent der Krankenhäuser in Wales ist die Wartezeit länger als der britische Durchschnitt. Und in zwei walisischen Krankenhäusern liegt die Wartezeit bei vier Jahren.

In Schottland warten Patienten in 40 Prozent der Krankenhäuser länger als der britische Durchschnitt. Dasselbe gilt für 50 Prozent der Krankenhäuser in Nordirland.

Die Wartelisten des nationalen Gesundheitswesens stehen im Kontrast zu privaten Hörkliniken, wo eine Behandlung mit Hörgeräten innerhalb weniger Tagen zur Verfügung steht.

"In Irland bekommen die Patienten einen Gutschein, den sie bei einem Hörgeräte-Ausstatter ihrer Wahl einlösen können - ein solches Vorgehen wäre für uns kostengünstiger und schneller", so ein Sprecher der britischen Audiologengesellschaft.

Das britische Gehörloseninstitut "The Royal National Institute of the Deaf, RNID" warnt vor Nachteilen bei einer Übertragung der Verantwortung vom öffentlichen System auf den Privatsektor.

"Das RNID macht sich darüber Gedanken, ob Patienten eine qualifizierte Einstufung und Anpassung von Digital-Hörgeräten durch ausgebildetes und ausreichend geschultes Personal erhalten würden - so wie bei den NHS-Standards. Wir sähen es nicht gerne, wenn wir zu den Zeiten zurückkehren, wo Patienten eine mangelhafte Einstufung und minimale Rehabilitation erhielten, nur um die Wartelisten zu reduzieren", so RNID-Generaldirektor Dr John Low in einem RNID-Statement.

Für die meisten Krankenhäuser steht fest, dass lange Wartelisten durch die Einführung der neuen digitalen Hörgerätetechnologie im Jahre 2000 entstanden sind. Während viele Patienten ihre alten, analogen Hörgeräte mit neuen, digitalen Hörgeräten eintauschen möchten, müssen die Krankenhäuser außerdem noch den Bedarf neuer Patienten decken, die zum ersten Mal mit Hörgeräten behandelt werden.

Quelle: www.bshaa.com und www.rnid.org.uk, September 2004

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