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11 Dezember 2007

Britischer Professor: Über 55-Jährige sollten untersucht werden

Eine umfangreiche Untersuchung von insgesamt 35.000 55- bis 75-jährigen Britten hat gezeigt, dass Routineuntersuchungen den Einzelnen sowie die Gesellschaft vor bedeutsamen Problemen bewahren kann. Viele Menschen leben seit Jahren mit einer Beeinträchtigung des Gehörsinns und das ohne Unterstützung zu erhalten. Eine überraschend einfache Untersuchung soll helfen.

Wenn alle Menschen ab dem 55. Lebensjahr einen einfachen Hörtest durchführen würden, würde das Problem gelöst sein, so meint es Adrian Davis, ein englischer Professor und Berater der Regierung bezüglich der umfangreichen Studie des Gehörsinns der Senioren das Landes.

35.000 Britten im Alter von 55 bis 74 nahmen an der Untersuchung teil, die vom medizinischen Forschungsrat des nationalen Gesundheitsservice, NHS durchgeführt wurde.

Große Anzahl mit geschädigtem Gehörsinn

Zwölf Prozent, oder mehr als jedem Zehnten wurde eine leichte bis schwere Beeinträchtigung des Gehörsinns diagnostiziert. Bis jetzt verwenden nur drei Prozent ein Hörgerät.

Die hohe Anzahl der Betroffenen überraschte die Forscher, die die Studie durchführten, nicht. „Es ist bekannt, dass ein Großteil von Menschen bereits zehn bis 15 Jahre an einer Beeinträchtigung des Gehörsinns leidet, bevor ein Arzt aufgesucht wird“, so Adrian Davis. Das Durchschnittsalter der Britten zur Erstuntersuchung des Gehörsinns liegt bei 70 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt leidet bereits mehr als die Hälfte unter schwerem Gehörverlust.

Das Leben mit einer Schwerhörigkeit ohne entsprechende Behandlung kann zu Depression und Zurückgezogenheit führen, worauf nicht selten soziale Isolation und Probleme im Berufsleben folgen.

Ein frühes Eingreifen zu Gunsten Aller

Routineuntersuchungen des Gehörsinns können die Lösung darstellen. Wenn der Gehörverlust früh diagnostiziert und eine sofortige Behandlung begonnen wird, kann dies die Lebensqualität erheblich verbessern.

Wenn Menschen frühzeitig Hilfe bei Gehörverlust erhalten, ist dies auch zu Gunsten der Gesellschaft im Allgemeinen. Tendenziell bleiben diese dann länger auf dem Arbeitsmarkt und Umkosten, die zur Behandlung einer Depression und anderen Folgeerscheinungen aufgebracht werden müssen, könnten somit gespart werden.

30 Sekunden-Test reicht

Auf längere Sicht sind Gehöruntersuchungen einen gute Investition, unterstreicht Adrian Davis. Der angewendete Test ist recht einfach. Die Patienten bekommen in 30 Sekunden verschiedene Töne auf verschiedenen Lautstärken vorgespielt. Dies genügt, um zu erkennen wer ein Hörgerät benötigt und wer nicht. Auch die Forscher waren überrascht, dass solche ein einfacher Test so effektiv sein kann.

Adrian Davis ist überzeugt, dass Routineuntersuchungen aller über 55-jährigen Britten innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden könnte, wenn das Konzept auf politischer Seite Zuspruch findet. Ein Sprecher des britischen Gesundheitsministeriums gibt an, dass das Ministerium die Untersuchung genauer ansehen werde.

Quelle: BBC, November 2007

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