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Chemotherapie verursacht Gehörschaden

Nun wird einer weiterbreiteten Nebenwirkung der Chemotherapie Aufmerksamkeit geschenkt. Die Behandlung kann Schwerhörigkeit verursachen.

Chemotherapie verursacht Gehörschaden

Ein Pharmakonzern forscht mit dem Center für Taube an der Universität New York gemeinsam im Bereich Hörverlust, als Nebenwirkung des, in der Chemotherapie angewendeten Medikaments, Cisplatin. Die Chemotherapie schädigt die feinen Haarzellen der Cochlea, welche beim Eintreffen von Geräuschen schwingen. Auch andere Medizinkonzerne haben bereits Interesse an der Untersuchung gezeigt.

Fokus auf die Lebensqualität nach der Chemotherapie

”Vor 20 Jahren sahen es viele Krebspatienten als Glück an, noch am Leben zu sein. Heute aber spielt auch die Lebensqualität nach der Behandlung eine ausschlaggebende Rolle”, so Mark Downs, Executive Director of Technology and Enterprise des britischen RNID.

Peter Johnson, ein ehemaliger Krebspatient erklärt gegenüber Audio Online: “Ich glaube die allgemeine Bevölkerung versteht nicht, dass es nicht das selbe ist, Krebs zu besiegen oder sich ein Bein zu brechen. Wenn das Bein erstmal verheilt ist, ist eigentlich alles weitestgehend wieder normal. Wenn der Krebs besiegt ist, sind die Nebenwirkungen enorm und man hört gar nicht auf, immer wieder neue zu entdecken”

Hörverlust und Cisplatin

Die Verbindung zwischen der Behandlung mit Cisplatin und Hörverlust wird nun erforscht. Die neue Studie ist der erste Schritt, um sich dem Thema anzunähern und auch zukünftig darüber Wissen sammeln zu können. Laut Kristy Gilmer Knight, Kinderaudiologin am at OHSU’s Doernbecher Children’s Hospital, ist das Problem weiter verbreitet, als die meisten Menschen glauben.

Meist führt eine Chemotherapie mit Cisplatin zu einem Hörverlust in den hohen Frequenzen. Dies macht den Gehörschaden schwerer zu identifizieren. Kinder sind am meisten in Gefahr. Aber das genaue Risiko, das von Cisplatin ausgeht, ist noch nicht erforscht.

OHSU Forscher haben das Hörvermögen von 67 Chemotherapiepatienten im Alter von acht Monaten bis 23 Jahren untersucht. 61 von ihnen hatten einen Hörverlust.

Quelle: Audiology Online; RNID.
Veröffentlicht auf Hear-it am 26. Januar 2009.

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