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08 Dezember 2014

Ein Schritt näher, um Tinnitus zum Schweigen bringen zu können

Tinnitus könnte durch das Blockieren der Signale zwischen Ohr und Gehirn gelindert werden. Das hat eine australische Studie ergeben.

Ein Schritt näher, um Tinnitus zum Schweigen bringen zu können

Tinnitus wirkt sich oft auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Schlafprobleme sind beispielsweise keine Seltenheit. Tinnitus ist nicht heilbar. Dennoch bringt eine neue Studie australischer Forscher Hoffnung auf Linderung.

Bei Meerschweinchen konnte durch Injektion eines Arzneimittels eine Linderung der Tinnitussymptome erreicht werden. Das Arzneimittel hemmt die Geräuschübertragung aus dem Ohr der Tiere an das Gehirn. Der Tinnitus verschwand bei den Tieren gänzlich. Nach Angaben der Forscher sind diese Ergebnisse vielversprechend. Allerdings sind Studien mit Menschen mit Tinnitus weiterhin notwendig, um das Verfahren zu überprüfen und die positiven Ergebnisse zu bestätigen.

Kein Tinnitus angezeigt

Im Rahmen der Studie wurden die Meerschweinchen Lärm ausgesetzt, der Tinnitus auslöste. Nach der Bestätigung, dass die Meerschweinchen Tinnitus hatten, behandelten die Forscher die Tiere mit einem Medikament namens Furosemid. Furosemid senkt die Aktivität im auditorischen System. Das heißt, es reduziert neuronale Hyperaktivität in dem Teil des Gehirns, der für die Wahrnehmung von Tönen verantwortlich ist. Mit anderen Worten, blockiert Furosemid die Signale.

Nach der Behandlung wiesen die Meerschweinchen keine Anzeichen von Tinnitus mehr auf.

Geräusche blockieren

Menschen, die an Tinnitus leiden, können mit einigen praktischen Schritten eine Linderung der Symptome erreichen. Beruhigende Klänge können helfen oder verschiedene Strategien, die die Aufmerksamkeit von dem Geräusch abwenden. 

Laut Dr. Ralph Holme, Leiter der biomedizinischen Forschung, bei Action on Hearing Loss, Großbritannien, sind die praktischen Schritte nicht ausreichend. "Menschen, die an Tinnitus leiden, wünschen sich ein Heilmittel, um den Lärm zum Schweigen zu bringen. Die Forschung, die wir finanziert haben, bringt uns einen Schritt näher an dieses Ziel ", erklärt Holme.

Um das Risiko, für Tinnitus zu reduzieren, empfehlen die Forscher die Verwendung von Gehörschutz bei Konzerten und die generelle Vermeidung hoher Lautstärken.

Über die Studie

Die Studie wurde von Forschern an der University of Western Australia durchgeführt und wurde von PLoS ONE, einem internationalen Online-Verlag mit Schwerpunkt auf wissenschaftliche Forschung veröffentlicht.

Quelle:www.plosone.org

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