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02 Juli 2010

Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann zu sozialen und psychischen Problemen führen

Es ist allgemein bekannt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit ernsthafte soziale und psychische Folgen für den Betroffenen haben kann.

Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann zu sozialen und psychischen Problemen führen

Die Folgen sind von Person zu Person unterschiedlich, doch bei fast allen Schwerhörigen, die nichts gegen ihre Hörminderung unternehmen, lassen sich sowohl soziale als auch psychische Auswirkungen feststellen. Manche erleben sogar eine körperliche Auswirkung von Schwerhörigkeit.

Laut einer amerikanischen Untersuchung beeinflusst Schwerhörigkeit unter Vertretern der Nachkriegsgeneration maßgeblich die Beziehung zu deren Kindern. Fast die Hälfte der Kinder gibt an, dass sich die Schwerhörigkeit der Eltern auf die Beziehung mit ihnen auswirkt. Jedes dritte Kind der Vertreter der Nachkriegsgeneration meint, dass die Eltern dadurch Wichtiges im Leben verpassen.

Eine australische Untersuchung hat aufgezeigt, dass Hörgeräte hingegen einen positiven Effekt auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, darunter auch das Liebesleben, haben. Denn mit Hörgerät sind auch intime Gespräche einfacher. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer dieser Untersuchung gab an, dass Hörgeräte ihre sozialen Beziehungen positiv beeinflussen. Und zwei von drei Schwerhörigen meinen auch, dass Hörgeräte einen positiven Teil dazu beitragen, Schwierigkeiten im Sozialen, zum Beispiel dem Zusammenleben mit der Familie, zu meistern.

Darüber hinaus hat eine niederländische Studie aufgezeigt, dass eine Schwerhörigkeit besonders bei jungen Menschen zu psychischen Konsequenzen führt.

Anfangen Hörgeräte zu tragen

Wer sich entschieden hat, Hörgeräte zu verwenden wird zu beginn ebenfalls auf psychische und soziale Herausforderung stoßen. Viele, die beginnen ein Hörgerät zu tragen, glauben, dass dieses ihrer Umwelt Verschiedenes signalisiert. Die Befürchtung, was andere Menschen über den Betroffenen denken, beeinflusst oft die Entscheidung, ob der Betroffene ein Hörgerät trägt, oder nicht. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen betrachtet ein Hörgerät ausschließlich als technische Hilfe, die für ein herabgesetztes Hören kompensiert. Dies gehört zu den Ergebnissen der wissenschaftlichen Dissertation „Coping with emergent hearing loss' von Anthropologin, Susanne Bisgaard.

Die Dissertation brachte ebenfalls ans Licht, dass Diejenigen, die Hörgeräte als ein Stück Technologie betrachten, das sie kontrollieren und beeinflussen können, eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Gewöhnung haben. Wer ein Hörgerät jedoch als Fremdkörper betrachte, den man nicht beeinflussen kann, bräuchte länger, um sich an das Gerät zu gewöhnen und der Nutzen des Hörgeräts werde ebenfalls verringert.

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