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Erfahrung mit Hörgerät

Ich habe links einen Hörsturz und einen chronischen Tinnitus. Rechts habe ich eine chronische Mittelohrentzündung, die voraussichtlich im August durch einen operativen Eingriff beseitigt wird.

Im Fachgeschäft war man freundlich und zuvorkommend, ich selbst tat mir in den ersten zwei Wochen schwer im Umgang mit dem Hörgerät. Es war ungewohnt, einen Fremdkörper im Ohr zu haben. Da ich links einen Hörsturz habe, hat der Hörakustiker versucht, diesen Hörverlust durch zwei Hörgeräte etwas zu kompensieren. Ich fühlte mich dabei überhaupt nicht wohl, so dass ich nach etwa vier Wochen das Hörgerät an dem Ohr mit dem Hörverlust nicht mehr trug. Danach fühlte ich mich wohler. Nach weiteren zwei Wochen stellte ich dann fest, dass es einen deutlichen Unterschied macht, mit und ohne Hörgerät. Ohne Hörgerät wurde mir bewusst, dass das Hörvermögen unnormal war und was ich ohne Hörgerät versäumte. Danach testete ich alternative Fabrikate von Hörgeräten und stellte fest, dass es durchaus Unterschiede gibt, je nachdem wo das Mikrofon im Hörgerät sitzt. Ich empfand es als unangenehm, wenn das Mikrofon im Hörgerät an der höchsten Stelle angebracht ist, da pfeift der Wind darüber, vor allem beim Spaziergang, und die Akustik empfand ich als unnatürlich. Bei dem Hörgerät, das ich jetzt trage ist das Mikrofon etwas tiefer angeordnet, diese Akustik empfinde ich als normaler und ich gewöhnte mich daran.

Einen Preisvergleich im Internet konnte ich nicht anstellen, denn ich fand dieses Gerät nicht. Die Hersteller geben auch keine Preisauskünfte, so dass ich der Preisangabe des Hörgeräteakustikers glauben kann oder auch nicht.

Ich halte den Preis von 2.800 € für ein Hörgerät mit Fernbedienung für überteuert. Ich entschloss mich für dieses Gerät, weil es mir beim Tragen und Hören am angenehmsten erschien. Den Lieferumfang konnte ich vom Hersteller per Internet abfragen und somit im Fachgeschäft darum bitten, mir diese Dinge zu Verfügung zu stellen. Es scheint nicht selbstverständlich, dass man die Bedienungsanleitung und die entsprechenden Utensilien dazubekommt. Auf meinen Hinweis im Fachgeschäft bekam ich die Utensilien anstandslos nachgeliefert.

Bei den Produktbeschreibungen der Hersteller und des Fachhandels vermisse ich die Beschreibung der Pflege. Man könnte den Eindruck bekommen; erst das Hörgerät verkaufen, die Pflege und Wartung wird der Käufer durch die Anwendung lernen; nur den Kunden nicht abschrecken.

Zusammenfassend

Bei einseitigem Hörverlust und chronischem Tinnitus bin ich der Meinung, dass sehr wohl ein Hörgerät auf dem Ohr ohne Hörverlust ausreichend ist. Das von der Krankenkasse übernommene Gerät ist eine Minimalversion, die nicht zu einem ständigen Tragen verleitet, sondern nur dann getragen wird, wenn es unbedingt notwendig erscheint. Die Beurteilung ist sehr subjektiv, weil das Wohlbefinden von der eingesetzten Technologie abhängt. Ich würde mich heute wiederum für ein Hinterohrgerät entscheiden.

Ich wünsche mir eine Plattform, auf der ich mich informieren kann, welche Arten von Hörgeräten es gibt und wie man einen solchen Test angehen kann, um das Richtige zu entscheiden. Heute bin ich mir sicher, dass ich schon ein Jahr früher ein Hörgerät hätte tragen sollen.

Mit freundlichem Gruß

Hartwig Straub

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