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05 März 2009

Fortschritt in der Tinnitusforschung

Forscher der staatlichen Universität New York, Buffalo, beschäftigten sich mit den biologischen und physiologischen Mechanismen des Phänomens Tinnitus.

Fortschritt in der Tinnitusforschung

Die Erkenntnis, dass das Phantomgeräusch Tinnitus eher auf eine biologische Reaktion, als - wie früher angenommen - auf einen psychologischen Umstand zurückzuführen ist, war ein Meilenstein in der Forschung im Bereich dieses weitverbreiteten Hörproblems.

”Wenn man sich erstmal von der Vorstellung, dass Tinnitus reine Einbildung ist, entfernt hat und erkennt, dass es einen bestimmten Bereich im menschlichen Gehirn gibt, in dem das Geräusch entstehet, dann ist das ein riesiger Unterschied”, so Ed Lobarinas, Forscher der Universität in Buffalo.

Krach und Stille

Die Forscher entwickelten zwei Methoden, um das Vorhandensein von Tinnitus bei Tieren nachzuweisen. Beide Methoden beziehen sich auf das Verhalten von Ratten in lauter Umgebung und totaler Stille. Durch das Vergleichen der Gehirne der Tiere, die Tinnitus hatten mit den Gehirnen der Tiere, die nicht an Tinnitus litten, konnten die Forscher Unterschiede ausfindig machen.

Ziel der weiteren Forschung ist es, die genaue, neurophysiologische Abweichung zu identifizieren und die Wirkung von Medikamenten zur Minderung des Tinnitus zu testen.

”Es geht darum, Tinnitus zu erzeugen und wieder zu heilen”, erklärt Richard Salvi, Forschungsleiter.

Zu den Experimenten

Zu einem der Experimente gehört das Trainieren der Ratten, so dass diese nur Wasser trinken, wenn es in der Umgebung still ist. Erschallen Geräusche, trinken die Tiere nichts. Die Ratten ohne Tinnitus tranken Wasser, wenn kein Geräusch erklang, während die Ratten mit Tinnitus vom Wasser fern hielten, da sie die Ohrengeräusche vernehmen, auch wenn es völlig stille in der Umgebung war.

”Somit finden wir heraus, ob die Ratten Stille vernehmen oder nicht“, so Ed Lobarinas.

Bei der anderen Methode spielten die Forscher Hintergrundgeräusche mit regelmäßigen Pausen, die aber wiederum von einem plötzlichen extrem lauten Geräusch unterbrochen wurden. Die Ratten mit Tinnitus waren nicht in der Lage, die Pausen von den Perioden mit Hintergrundgeräusch zu unterscheiden und wurden demnach besonders vom Krach erschreckt. Anders als ihre Artgenossen ohne Tinnitus: Sie wurden durch die Stille gewarnt.

Quelle:spectrum.buffalo.edu

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