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19 März 2014

Frauen und Männer unterschiedlich von Begleiterscheinungen bei Tinnitus betroffen

Laut einer Studie leiden Frauen meist mehr unter den Begleiterscheinungen bei Tinnitus.

Chronischer Tinnitus ist ein ernstes Gesundheitsproblem, das oft mit einer Reihe von Begleiterscheinungen und Unannehmlichkeiten, wie seelischer Belastung und Schlafstörungen einhergeht.

Laut einer Studie, gibt es deutliche Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Patienten in Bezug auf die Wahrnehmung der Begleiterscheinungen. Frauen neigen eher zu deren Ausprägung.

Die Studie umfasste 607 weibliche und 573 männliche Tinnitus-Patienten, die länger als 3 Monate Tinnitus hatten. Das Alter der Patienten lag zwischen 17 und 81 Jahren. Die Ergebnisse zeigten, dass sich Frauen von Tinnitus mehr beeinträchtigt und gestresst fühlen, als Männer. Darüberhinaus haben Frauen schlechter im Bezug auf proaktive Bewältigungsmaßnahmen, gefühlte Ausgeglichenheit und den persönlichen Ressourcen abgeschnitten.  Die Ausprägung von Schwerhörigkeit und die Lautstärke des Tinnitus waren bei den Männern höher.

Die Forscher folgern, dass  es geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf die Wahrnehmung von Tinnitus und dessen Begleiterscheinungen gibt und dass diese Unterschiede gleichzeitig auch vom Alter und von der Dauer des Tinnitus-Leidens abhängig sind.

Frauen fühlen Sich vom Tinnitus mehr beeinträchtigt

Die Studienteilnehmer in der mittleren Altersgruppe ( 45-59 Jahre) fühlten sich am meisten vom Tinnitus beeinträchtigt ¬- Sowohl Frauen, als auch Männer.  Im Alter von über 60 Jahren hingegen fühlten sich Männer nicht mehr so sehr vom Tinnitus gestört, Frauen aber schon.

Die Analyse der drei Altersgruppen brachten deutliche Unterschiede zwischen älteren männlichen und weiblichen Patienten ans Licht. Ältere Frauen nehmen den Tinnitus und die Begleiterscheinungen wesentlich stärker wahr, als ältere Männer.

Empfehlungen

Die Forscher glauben, dass weibliche Tinnitus-Patienten von Physiotherapie-Ansätzen mit Bewegungs- und Entspannungstechniken profitieren können.

Darüberhinaus könnte die kognitive Verhaltenstherapie Frauen helfen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und die wahrgenommene Belastung reduzieren. Auch Gruppentherapien können von Vorteil sein und besonders die Entwicklung kognitiver Strategien und den Abbau von Ängsten unterstützen.

Über die Studie

Die Studie wurde von Dr. Claudia Sedel und ihr Team von Forschern der Tinnitus Zentrum am Universitätsklinikum Charité in Berlin durchgeführt. Die Ergebnisse der Forschung wurden in " Ear and Hearing'" veröffentlicht.

Quelle: Audio Infos , Nr. 22 , September - Oktober 2013

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