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22 März 2005

Gehör komplexer als angenommen

Die Forschung entdeckt neue Seiten des menschlichen Gehörs. Die Ergebnisse können in Zukunft zu noch besseren Hörgeräten führen.

Es wird seit langem erzählt, dass der Mensch und die Eule ein ähnliches System benutzen, um Richtung und Quelle von Geräuschen zu orten und es sich hierbei um ein sehr fein eingestelltes System handelt.

Dies entspricht zum Teil der Wahrheit, doch eine Forschergruppe vom University College in London hat entdeckt, dass die Gemeinsamkeit nur für Hochfrequenztöne gilt. Bei niedrigeren Frequenzen benutzen wir eine Technik, die kleineren Säugetieren mit weniger sensiblem Gehör, wie der Wüstenspringmaus oder dem Meerschweinchen, ähnlicher ist.

Die Forscher hoffen, dass ein nuancierterer Einblick darin, wie Menschen die Richtung von Geräuschen bestimmen, zu einer Entwicklung neuer Hörgeräte führen wird, die das natürliche menschliche Gehör besser nachahmen.

"Wenn man weiß, wie das Gehirn die Geräusche ortet, ist das der erste Schritt, um räumliches Hören für Gehörlose wiederherzustellen", erklärte Dr. David McAlpine von dem University College, London, der BBC.

Menschen und Tiere nutzen den Zeitunterschied zwischen dem Moment, wo die Schallwellen das eine Ohr und dann das andere Ohr erreichen, um die Richtung, aus der das Geräusch kommt, zu bestimmen.

Verschiedene Gehirnzellen, oder Neuronen, werden abhängig von dem Zeitpunkt aktiviert, wann die Schallwellen das eine und danach das andere Ohr treffen. Während die Neuronen bei Vögeln und Säugetieren unterschiedlich reagieren, kombiniert das menschliche Gehör beide Varianten und mischen daher beide Arten, um die Richtung und den Ursprung des Geräusches zu erkennen.

Die Forscher untersuchten, wie Menschen in einer typischen städtischen Siedlung auf Geräusche reagieren, und entdeckten, dass das Gehirn laufend die effektivste Art des Hörens auswählt und sich laufend an die jeweilige Geräuschsituation anpasst.

"Für Tiere und Menschen kann die Ortung der Geräuschquelle zwischen Leben und Tod entscheiden, z.B., um einem Verfolger zu entwischen oder eine stark befahrene Straße zu überqueren", sagte Dr. McAlpine.

Quelle:www.bbc.co.uk, 04.08.2004

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