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Gehörsinn klassischer Musiker besonders in Gefahr

Eine steigende Anzahl klassischer Musiker leidet unter Gehörverlust, Tinnitus und/oder Hyperakusis, was fatale Folgen - nicht nur für das berufliche Dasein - haben kann. Dabei sollte eine regelmäßige Kontrolle des Gehörsinns besonders in dieser Berufsgruppe als allgemeine Gesundheitsvorsorge behandelt werden.

Gehörsinn klassischer Musiker besonders in Gefahr

Klassische Musiker sind besonders in Gefahr, schwerhörig zu werden. Eine Finnische Studie brachte ans Licht, dass 15 Prozent dieser Berufsgruppe unter permanentem Gehörverlust leiden. Die Zahl steht im Vergleich zu nur zwei Prozent im Bevölkerungsdurchschnitt. Weitere 41 Prozent der Orchestermusiker sind von temporärem Tinnitus betroffen. Unter den einzeln übenden Musikern sind es 18 Prozent. Diese Zahlen stehen im Vergleich zu 15 Prozent, die temporären Tinnitus im Bevölkerungsdurchschnitt erleben.

43 Prozent der Musiker leiden an Hyperakusis, einer Störung des Gehörsinns, die sich in Form einer Geräuschüberempfindlichkeit bei Lautstärken, die für ein normales Gehör nicht als zu laut empfunden werden, auswirkt.

Gehörverlust verursacht Stress

82 Prozent der Musiker finden ihren Job stressig. Diejenigen, die an Gehörverlust leiden, gaben in der Studie drei Mal so oft an, auch an Stress zu leiden. Die Musiker mit Tinnitus waren mit fünffacher Wahrscheinlichkeit auch gestresst und bei den Musikern mit Hyperakusis waren es neun Mal so viele.

Musik kann Lärm sein

Die Hälfte der Musiker, die an der Untersuchung teilnahmen, beschrieb ihren Arbeitsplatz als besonders laut, welches angesichts der Anzahl von Hörschädigungen bestätigt wird. Musiker mit Gehörverlust gaben drei Mal so oft an, dass ihr Arbeitsplatz laut sei, im Vergleich zu denen mit voll funktionstüchtigem Gehörsinn.

Klassische Musiker sind täglich fünf bis sechs Stunden hohen Lautstärken ausgesetzt. Der Klang eines Kontrabasses, zum Bespiel, kann bis zu 83 Dezibel erreichen. Eine Flöte oder Schlaginstrumente erreichen Lautstärken von bis zu 95 Dezibel. Dies liegt deutlich über dem empfohlenen Maximalwert für Arbeitsplätze. Nur 85 Dezibel sind da erlaubt. Dieser Richtwert wurde von der Weltgesundheitsorganisation festgelegt. In den EU-Richtlinien wird die zulässige tägliche Maximalbelastung auf 87 Dezibel begrenzt. Wenn die Lautstärke nicht dementsprechend eingeschränkt werden kann, muss den Implizierten Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden. Auch der Gehörsinn sollte dann regelmäßig untersucht werden, um die Gesundheit der Mitarbeiter gewährleisten zu können.

Wenige benutzen Gehörschutz

Weniger als einer von vier Musikern benutzt aber tatsächlich Gehörschutz obwohl 70 Prozent angeben, besonders aufmerksam auf ihr Hörorgan zu sein. Unter den Musikern mit normal funktionstüchtigem Gehörsinn sind es nur zehn bis 15 Prozent, die Gehörschutz tragen, während diese Zahl bei den Musikern mit Gehörbeeinträchtigung zehn Prozent höher liegt.

Auch wenn spezieller Gehörschutz für Musiker entwickelt wurde, gaben die Studienteilnehmer in Finnland an, dass es mit Gehörschutz sehr schwierig sei, Musik zu spielen und auf die Musik der anderen Orchestermitglieder zu achten. Die Musiker empfinden den Gehörschutz außerdem als unkomfortabel und schwierig einzustellen. Manche sagten, die Anwendung sei kompliziert und empfanden eine Beeinträchtigung des Gehörsinns unter Anwendung des Gehörschutzes. Andere wiederum glaubten, die Musik könne dem Gehörsinn nicht schaden.

Quelle: “Effects of Noise on Classical Musicians”, Finnish Institute of Occupational Health, Tampere University Hospital, Finland, Magazine 8, European Agency for Safety and Health at Work.

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