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21 November 2006

Genetischer Defekt verschärft die Gefahr durch Lärm

Die Entdeckung dreier Gene, die bei Schwerhörigkeit eine Rolle spielen, erklärt möglicherweise, warum manche Menschen leichter durch Lärm schwerhörig werden als andere.

Laut den belgischen Wissenschaftlern, die diesen Defekt entdeckten, beeinflussen diese drei Gene die Bildung von Kalium im Innenohr. Kalium spielt eine entscheidende Rolle beim Hören.

"Diese Entdeckung könnte neue Wege aufzeigen, wie man dieser häufigen Art von Schwerhörigkeit in Zukunft vorbeugt und sie behandelt" so Dr. Ralph Holme vom britischen Gehörlosenbund, RNID, der diese Studie finanziell förderte.

An der Studie nahmen über 1.000 Männer teil, die alle großer Lautstärke am Arbeitsplatz ausgesetzt waren. Fast 80 Prozent dieser Männer waren seit über 20 Jahre lang täglich großem Lärm ausgesetzt.

Genanalyse

Ein Abgleich der Gene von 10 Prozent der Männer mit der größten Anfälligkeit für Hörschäden mit den Genen einer ähnlichen Anzahl Männer, die diese Anfälligkeit nicht hatten, führte zu den bemerkenswerten Ergebnissen.

"Es wurden in der Sequenz dreier Gene deutliche Unterschiede zwischen anfälligen und resistenten Arbeitern gefunden, und zwar die Gene KCNE1, KCNQ1 und KCNQ4. Weitere Studien von KCNE1 zeigten die Versionen der Gene, die mit einem erhöhtem Risiko durch Lärm in Zusammenhang gebracht werden. Im Vergleich zu der normalen Version verursacht Lärm dabei eine schnellere Öffnung des verschlüsselten Ionen-Kanals", so Studienleiter Professor Van Campin von der Universität Antwerpen.

Das Gehör von Menschen mit diesem genetischen Defekt wird in lauten Umgebungen möglicherweise leichter geschädigt und ist generell anfälliger für Hörverlust.

Der RNID schätzt, dass rund 1 Million Briten durch Lärm schwerhörig zu werden könnten bzw. es bereits sind.

Quelle: Reuters Health, www.reutershealth.com , 06.07.2006

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