Die Nummer 1 Webseite zum Thema Hören und Schwerhörigkeit
Seit 1999

Haarzellen von Mäuse-Stammzellen gewachsen

Wissenschaftler der Harvard Medical School haben Hoffnung geschürt, den Traum von einer möglichen neuen Behandlungsform für Hörverlust in der fernen Zukunft wahr werden zu lassen.

Dem Team von Forschern ist es gelungen, innere Haarzellen von Stammzellen embryonischer Mäuse zu züchten und sie erfolgreich in die sich entwickelnden Ohren von Hühner-Embryonen einzupflanzen.

Für das menschliche Gehör sind die winzigen Haare im Innenohr von zentraler Bedeutung. Sind sie einmal beschädigt oder zerstört, können sie sich nicht mehr erholen und dies führt zu dauerhaftem Hörverlust. Geschädigte oder zerstörte Haarzellen sind in 80 Prozent der Fälle
der Grund für Hörverlust beim Menschen. Jeder Versuch, die Haarzellen im menschlichen Innenohr zu regenerieren oder zu ersetzen wird als einer der möglichen Wege für zukünftige Behandlungsformen, oder sogar Heilmittel für Hörverlust angesehen.

Am Harvards Massachusetts Augen und Ohren Krankenhaus "Harvard's Massachusetts Eye and Ear Infirmary" wurden die Haarzellen, auch Mechanorezeptor-Zellen genannt, in Petrischalen mit Stammzellen von Embryo-Mäusen gezüchtet. Die Zellen besaßen sämtliche Merkmale der Haarzellen und ähnelten unter optimalen Bedingungen im Aussehen sogar ansatzweise winzigen Haarzellen. Sie wurden dann in das Innenohr von Hühner-Embryonen transplantiert, weil diese Embryonen über kein Immunsystem verfügen, das die Zellen abstoßen könnte. Im Innenohr der jungen Hühner zeigten die Mäuse-Stammzellen später alle Kennzeichen von Haarzellen im Innenohr.

Diese Ergebnisse wurden in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht und von Experten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wie z.B. der Vorsitzende des US-amerikanischen Instituts für Stammzellenforschung "The National Institutes of Health Stem Cell Task Force", James Battey, positiv zur Kenntnis genommen. Trotzdem stellte Battey einige der Ergebnisse in Frage und machte darauf aufmerksam, dass sich dieser Forschungszweig noch ganz in den Anfängen befindet.

Quellen: Proceedings of the National Academy of Sciences, 11. November 2003, und Milwaukee Sentinel, 28. Oktober 2003

Bitte benutzen Sie unsere Artikel

Sie dürfen unsere Artikel sehr gerne verwenden und zitieren. Die einzige Bedingung ist, dass Sie einen direkten Link zu dem bestimmten Artikel auf unserer Seite bereitstellen.

Leider können Sie unsere Bilder nicht verwenden, da wir selber nicht das entsprechende Urheberrecht haben und die Bilder nur direkt auf unserer Seite verwenden dürfen.