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22 November 2012

Hintergrundlärm störend für Menschen mit Schwerhörigkeit

Menschen mit Schwerhörigkeit nehmen Hintergrundgeräusche anders wahr, als Menschen mit voll funktionierendem Gehör.

Hintergrundlärm störend für Menschen mit Schwerhörigkeit

Hintergrundgeräusche werden von Schwerhörigen anders wahrgenommen. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden.

„Bei viel Lärm ist die Arbeitsweise der Neuronen im Innenohr von Schwerhörigen erschwert“, erklärt Kenneth S. Henry, Forscher am Purdue University's Department of Speech, Language and Hearing Sciences. „Es ist, als ob man eine Vielzahl von Fernsehern anschaltet und eine Person darum bittet, sich auf einen einzigen zu konzentrieren. Die Wahrnehmung wird beeinträchtigt, da die Aufmerksamkeit auf die anderen Impulse abgelenkt wird“.

„Die Untersuchung zeigt auch, dass es keine Unterschiede zwischen Hörgeschädigten und Menschen ohne Hörverlust  in der Funktionswiese der Neutronen in stiller Umgebung gibt. Bei Hintergrundlärm jedoch erlebten wir eine verminderte Funktionswiese“, so Henry.

Die Untersuchung, bei der Messungen in stiller und lauter Umgebung durchgeführt wurden, wurde mit Chinchillas durchgeführt. Sowohl Tiere mit Schwerhörigkeit, als auch ohne gingen in die Untersuchung mit ein. Chinchillas sind besonders geeignet für diese Art von Studien, da die Tiere über gleiche Hörschwellen wie Menschen verfügen. Die Hintergrundgeräusche dienten der Simulation von Situationen in überfüllten Raumen mit einer Vielzahl von sprechenden Menschen.

Änderung in der Wahrnehmung von Geräuschen

„Bisherige Studien darüber wie das Innenohr Schallwellen verarbeitet, haben sich nicht mit der Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und herabgesetzten temporären Verschlüsselungseigenschaften der Hörzellen beschäftigt, die die Informationen weiter an das Gehirn leiten“, so Michael G. Heinz, Associate Professor, Purdue University.

„Der Unterschied besteht darin, dass frühere Untersuchungen in stiller Umgebung durchgeführt wurden. Bei den gleichen Untersuchungen in lauter Umgebung können jedoch Veränderungen in dem Strukturen der Sinneshaarzellen, die auf die Geräusche reagieren, festgestellt werden“.

Das auditorische System im Innenohr filtert Geräusche in eine Reihe verschiedener Kanäle, die auf bestimmte Frequenzen eingestellt sind. Diese sind in leiser Umgebung klar und deutlich eingestellt. Bei Hintergrundlärm jedoch werden die Frequenzen undeutlich.

„Jetzt wissen wir, dass eine der Hauptkonsequenzen von Schwerhörigkeit darin liegt, dass die Nervenzellen von Hintergrundgeräuschen abgelenkt werden“, so Heinz.
Die Ergebnisse wurden im Nature Neuroscience veröffentlicht.

Quellen: www.purdue.edu und www.upi.com

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