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18 Dezember 2009

Hörgeräte beeinflussen das Selbstbild

Viele Hörgeräteträger glauben, dass die Geräte alles Mögliche über sie aussagen und der Umwelt symbolisieren.

Hörgeräte beeinflussen das Selbstbild

Das beeinflusst, wie gut sich die Träger an die Geräte gewöhnen. Dies hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben. Die Untersuchung belegt außerdem, dass ein zufriedener Hörgerätenutzer auch als Vorbild für andere Schwerhörige steht.

Viele Menschen, die erstmals ein Hörgerät erhalten, glauben, dass die Geräte etwas über sie aussagen und der Umwelt symbolisieren. Dies beeinflusst sehr das Denken der Einzelnen und die Entscheidung, ob sie ein Hörgerät verwenden oder nicht. Nur ein kleiner Teil betrachtet ein Hörsystem ausschließlich als eine technische Hilfe, die das Hören vereinfacht.

Auf diese Ergebnisse geht Anthropologin, Susanne Bisgaard in Ihrer Dissertation ’Coping with emergent hearing loss’ ein.

Gestresst durch Selbstauffassung
Viele glauben immer noch, dass ein Hörgerät sie alt, weniger attraktiv oder intelligent, generell als weniger wert erscheinen lässt. Andere jedoch haben einen eher praktischen Zugang. Für diese Menschen sind Hörgeräte eine technische Hilfe, die das Hören vereinfacht. Auf andere Signale, welche die Hörgeräte ausstrahlen und der Umwelt signalisieren, nehmen sie weniger bis keine Notiz. Dies Berichtet Susanne Bisgaard, die eine Gruppe von Menschen, die ihr erstes Hörgerät erhalten haben, zum Gegenstand ihrer Untersuchung gemacht hat.

In der Gruppe, die eine negative Haltung zu Hörgeräten hatte, wurden besonders die Träger positiv überrascht, die eine problemlose Fase der Gewöhnung hatten. Bei denjenigen, die eine schwerere Eingewöhnungsphase hatten, waren viele aufgrund des eigenem Selbstbilds und der gesendeten Signale an die Umwelt besorgt. „Eine positive Gewöhnungsfase ist damit ausschlaggebend“, erklärt Bisgaard.

„Deshalb ist es wichtig, dass die Hersteller und diejenigen, die die Geräte anpassen, Empathie und Verständnis für die Betroffenen zeigen. Sie müssen auch bereit sein, die nötige Zeit aufzubringen, der es bedarf, um den Patienten zu verstehen und das Gerät individuell einzustellen“, so die Wissenschaftlerin.

Es bedarf Unterstützung und Vertrauen
„Meine Untersuchung zeigt auch, dass es wichtig ist, dass sich die Menschen, die ein Hörgerät erhalten, wieder an den Hersteller oder Audiologen wenden können. Viele neue Hörgerätenutzer fühlen sich alleingelassen und stehen vor vielen unbeantworteten Fragen. Das könnte dazu führen, dass sie den Gebrauch des Hörgeräts aufgeben, es sei denn, man begegnet ihnen mit Verständnis“, fügt Bisgaard hinzu.

Laut der Forscherin stellt die beste Unterstützung für einen neuen Hörgeräteträger, ein anderer, zufriedener Hörgeräteträger dar.

Quelle: Coping with emergent hearing loss, Expectations and experiences of adult new hearing aid users; dissertation, Johann Wolfgang Goethe-Universität, zu Frankfurt am Main, 2008

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