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29 November 2004

Hörgeschädigte vom Gesundheitswesen vergessen

Ärzte und Pflegepersonal kommunizieren zu undeutlich mit ihren hörgeschädigten Patienten. In England stößt jeder dritte hörgeschädigte Patient im öffentlichen Gesundheitssystem auf Verständigungsprobleme.

Eine umfassende Studie des RNID zeichnet ein düsteres Bild von der Interaktion zwischen hörgeschädigten Briten und ihrem nationalen Gesundheitssystem, NHS. Als Gruppe sind Hörgeschädigte häufig in Kontakt mit dem NHS, aber der Service lässt viel zu wünschen übrig.

Laut Einschätzung des RNID verursacht die fehlende Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von hörgeschädigten Patienten dem Gesundheitssystem jährlich Kosten in Höhe von 20 Millionen GBP, weil die Patienten aufgrund von Missverständnissen nicht zu ihren Terminen erscheinen.

Die Studie zeigte, dass 32 Prozent der hörgeschädigten Patienten Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit ihren Ärzten haben. 15 Prozent gehen daher gar nicht erst zum Arzt.

Einen Termin zu vereinbaren ist von vornherein schwierig. Die Arztpraxis anzurufen wird von 28 Prozent als große Hürde bezeichnet.

35 Prozent der hörgeschädigten Arztpatienten waren unsicher, was bei dem Arztbesuch herauskam, weil sie den Arzt wegen ihrer Schwerhörigkeit nicht verstehen konnten. Doch nicht alle Patienten kommen so weit. Nahezu jeder vierte hörgeschädigte Patient sagte, einen oder mehrere Termine verpasst zu haben, weil der Aufruf seines Namens im Wartezimmer nicht deutlich war oder andere Verständigungsschwierigkeiten bestanden.

- Die NHS kann sich der Situation leicht durch einfache und kostengünstige Lösungen stellen. Geringe Investitionen in simple Technologie kann die Zugänglichkeit verbessern und die Zahl der versäumten Termine verringern. Um die Bemühungen jedoch durchschlagend effizienter zu gestalten, sollte sämtliches Personal, das mit den Patienten in Kontakt tritt, ein Gehörlosen-Training absolvieren, sagte RNID-Generaldirektor John Low zu dem Magazin, Oneinseven.

Quelle: RNID, Oneinseven, Ausg. 40, April/Mai 2004

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