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Innenohr-Implantate

Ein Innenohr-Implantat (Cochlea-Implantat - CI) ist ein operativ in das Innenohr einer weitgehend oder vollständig gehörlosen Person eingesetztes elektronisches Gerät.

Innenohr-Implantate

Anders als bei einem Hörgerät werden die Laute durch das Implantat weder lauter noch klarer wahrgenommen. Stattdessen wird der Hörnerv direkt stimuliert. Ein Cochlea-Implantat vermittelt dem Hörgeschädigten das Gefühl der Tonwahrnehmung. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass nur ein vermindertes Hörgefühl hergestellt wird, also kein vollständig wiederhergestellter Hörsinn.

Ein Innenohr-Implantat besteht aus Teilen, die ins Ohr eingesetzt werden, sowie aus Teilen außerhalb des Ohres. Außerhalb befinden sich ein Sprachprozessor sowie ein Mikrofon. Das Mikrofon wird am Ohr befestigt. Der Sprachprozessor sitzt hinter dem Ohr und ist mit einem Sender verbunden, der sich direkt unter der Haut befindet. Der Empfänger befindet sich im Innenohr.

Geräuschleitung an das Innenohr
Das Cochlea-Implantat übernimmt die Funktion der beschädigten Cochlear (Gehörschnecke) im Ohr, in der einige der wichtigen Sinneshärchen fehlen. Das Implantat überträgt Sprache und Umgebungsgeräusche in elektrische Signale, die an den Hörnerv im Innenohr weitergeleitet werden. Auf ihrem Weg passieren die Signale die beschädigten Bereiche des Hörsystems. Diese Signale werden durch das Gehirn als Laute aufgefasst. Zirka einen Monat nach der Operation wird der Sprachprozessor an das Implantat angeschlossen und der träger beginnt dadurch Geräusche zu empfangen. Der letzte Abschnitt des Implantationsprozesses besteht aus der Rehabilitation, wobei der Patient ein Hörtraining durchläuft und verschiedene Kommunikationstechniken erlernt. Es ist Zeit, Übung und Geduld erforderlich, um die Verwendung eines Cochlea-Implantats zu erlernen.

Verbesserte Lebensqualität
Ein Implantat kann keine Gehörlosigkeit heilen, aber dennoch ein sehr nützliches Hilfsmittel sein. Die Vorteile des Implantats werden individuell sehr unterschiedlich erlebt. Nach einiger Zeit können jedoch über 50 Prozent der Patienten einer normalen Arbeit nachgehen, ohne dabei größeren Einschränkungen ausgesetzt zu sein - z. B. beim Zuhören in einer lärmenden Umgebung. Achtzig Prozent können ein Telefongespräch führen. Und viele Patienten geben an, dass sich ihre Lebensqualität insgesamt nach einer Implantation verbessert hat.

Kinder und Cochlea-Implantate
Auch Kindern kann durch das Einsetzen eines Cochlea-Implantats entscheidend geholfen werden. Dabei sind bei Kindern das junge Alter und das Kommunikationsvermögen vor der Implantation von großer Bedeutung für die erfolgreiche Operation.

Elektrisch-akustische Stimulation
Manche Träger profitieren von einer elektrisch-akustischen Stimulation (AES). Darunter versteht man die gleichzeitige Anwendung des Implantats und eines Hörgeräts. Das Hörgerät verstärkt die niedrigen und das Implantat die mittleren und hohen Frequenzen. Das Innenohr verarbeitet dann die akustischen und elektrischen Signale gleichwertig.
Internationale Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verwendung beider Techniken einen hohen Synergieeffekt zur Folge hat. Besonders das Sprachverständnis, die Tonunterscheidung und das Hören von Musik werden dadurch vorteilhaft beeinflusst.

Quelle: Die Zahlen in diesem Artikel stammen von ENT News, www.cochlearimplant.dk

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