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15 Mai 2007

Junger Fußballer mit Hörgeräten Opfer von Diskriminierung

In einem offenkundigen Fall von Diskriminierung zwang ein Schiedsrichter einen 12-jährigen Spieler während eines Spieles in Spaniens Hauptstadt Madrid, seine Hörgeräte herauszunehmen. Zur großen Verwunderung des Schiedsrichters brachte der Vorfall die Zuschauer so auf, dass er das Spiel abbrechen und die Polizei rufen musste, die ihn vom Spielfeld eskortierte.

Der Junge namens Mario hatte seit seinem siebten Lebensjahr Fußball gespielt und ist festes Mitglied in der Juniorliga des ClubsC.D.Griñón. Aus seinem persönlichen Spielerprofil geht deutlich hervor, dass er Hörgeräte trägt. Bislang hatte noch kein Arzt oder Schiedsrichter irgend einen Grund genannt, weshalb der Hörgeräte tragende Junge keinen Fußball spielen darf.

Doch als Mario am 17.März bei dem Spiel C.D. Griñón gegen Fuenlabrada mitspielte, brach Schiedsrichter Francisco Javier García Gómez das Spiel 8 Minuten vor Ende der ersten Halbzeit ab und forderte Mario dazu auf, seine Hörgeräte zu entfernen. Der Junge konnte das nicht verstehen und begann zu weinen. Der Schiedsrichter drohte damit, ihn vom Platz zu schicken, sollte er seine Hörgeräte nicht entfernen.

Das frustrierte Kind nahm seine Hörgeräte heraus und erklärte, dass er so möglicherweise nicht hören könne, ob Abseits sei. Der Schiedsrichter schrie ihn daraufhin an: “Kannst du mich jetzt hören?! Ja?! Dann geh und spiel!” Das berichten mehrere Zeugen, einschließlich Marios Mutter.

Marios Mutter war gleichzeitig wütend und am Boden zerstört. “Wir haben 12 Jahre lang dafür gekämpft, dass sich unser Kind nicht diskriminiert fühlen soll im Vergleich mit anderen Kindern, und Sie haben das Ganze in einer Sekunde zerstört,” sagte sie dem Schiedsrichter lautelmundo.es newspaper.

Die verblüfften Zuschauer reagierten so aufgebracht gegen den Schriedsrichter, dass er das Spiel ganz beendete und die Polizei verständigte, die ihn aus dem Stadion heraus eskortieren musste.

Der Ärger von Marios Eltern wuchs, als sie erfuhren, dass der Madrider Fußballbund wahrscheinlich keine Schritte gegen den Schiedsrichter einleiten wird. Allerdings hat er angekündigt, alle möglichen sozialen und legalen Mittel zu bemühen, um solche Diskriminierung und Demütigung von behinderten Kindern zukünftig zu vermeiden.

Mario spielte bereits eine Woche nach dem traumatischen Erlebnis wieder für sein Team. Dabei trug er seine Hörgeräte, ohne irgend einen Einwand vom Schiedsrichter zu hören.

Quelle: elmundo.es, 28. März 2007.

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