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23 Februar 2004

Kampf um Hörgeräte-kompatible Handys

Die föderale Kommission für Kommunikationsfragen "FCC", beschloss im Sommer 2003, dass US-amerikanische Handy-Unternehmen bis zum Jahre 2008 Hörgeräte-kompatible Technologie bei rund der Hälfte ihrer digitalen Handys zur Verfügung stellen müssen.

Der Schritt wurde sowohl von Kunden als auch von der Hörgeräteindustrie begrüßt, doch die Handy-Hersteller haben gegen den Beschluss Klage eingereicht.

Neunzig Prozent der in den USA verkauften Handys sind digital, doch die meisten Modelle sind unbrauchbar für Hörgeräte-Träger. In der Vergangenheit waren Handys von den Bestimmungen für Telefone, die auf Hörgeräte abgestimmt sein müssen, ausgenommen.

Es war diese Freistellung, die vom FCC aufgehoben wurde. Der Beschluss würde für jeden Handy-Hersteller bedeuten, mindestens zwei Hörgeräte-kompatible Handy-Modelle bis 2005 anbieten zu müssen.

Carole Rogin, Leiterin des Verbandes der Hörindustrie "Hearing Industries Association, HIA", würdigte den Beschluss als einen wichtigen Schritt für hörgeschädigte Verbraucher. "Das ist eine große Entscheidung - und eine ausgezeichnete - sowohl für die Industrie als auch für den Verbraucher", sagte sie der Zeitschrift "Hearing Review".

Die gängigsten Digital-Handys geben elektromagnetische Energie ab, was ein lautes Brummen im Ohr von Hörgeräteträgern verursacht. Der Beschluss der FCC ordnete Änderungen bei den Handys an, damit der Lärm reduziert wird. Die Mobiltelefon-Industrie macht jedoch geltend, dass die Hörgeräte-Hersteller ihre Produkte nicht ausreichend von Interferenzen abgeschirmt haben.

Die FCC hat nun einen Zeitraum von 90 Tagen anberaumt, in dem die HIA sowie andere Professionelle und Verbraucherschützer ihre Sicht auf das Thema darlegen können.

Auch für Telecoil-Benutzer soll es Fortschritte geben. Bis zum Sommer 2006 müssen mindestens zwei Handy-Typen jeder Handy-Hersteller Telecoil-kompatibel sein.

Der umstrittene Handy-Beschluss sieht vor, dass Handys und Hörgeräte nach einer allgemein gültigen Hörgeräte-Kompatibilitäts-Skala gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung soll dem hörgeschädigten Verbraucher bei der Wahl eines Handys helfen, das auf eine bestimmte Art von Hörgerät abgestimmt ist.

Bis die neuen Handys auf dem Markt sind, können hörgeschädigte Verbraucher beim Kauf einigen nützlichen Richtlinien folgen. Für die besten Ergebnisse bei den heutigen Handys sollte man auf folgende Besonderheiten achten, um die Interferenz zu minimieren:

  • Eine Antenne, die so weit wie möglich vom Hörgerät entfernt positioniert ist.
  • Die Wahlmöglichkeit, das Licht auf dem Sichtfenster und der Tastatur auszuschalten.
  • Ein guter Lautstärkenregler.

 

Quellen: Hearing Loss, Nov./Dez.2003, The Hearing Review, Bd. 10, Nr.9, 2003, und The Hearing Review, Bd.11, Nr.1, 2004

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