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29 September 2010

Lärm hat Einfluss auf psychisches Wohlbefinden

Eine umfassende, schwedische, Untersuchung zeigt, dass Lärm einen bedeutenden Einfluss auf unser Leben hat: nicht nur auf Arbeit, sondern auch in der Freizeit. Hörverlust, Stress, Angespanntheit, Konzentrationsschwierigkeiten und vieles mehr sind die Folgen.

Lärm hat Einfluss auf psychisches Wohlbefinden

Viele kennen folgende Situation: Man sitzt in einem Kaffe und versucht sich mit Freunden zu unterhalten. Doch das Gespräch wird andauernd durch den Lärm anderer Gespräche, Stühle, die über den Boden geschoben werden, klingelnde Telefone, den Krach der Espressomaschine und Hintergrundmusik unterbrochen. Es ist schwierig, dem Gespräch zu folgen. Man bekommt Kopfschmerzen, fühlt sich müde, kann sich nicht konzentrieren und im schlimmsten Fall schädigt man auch den eigenen Hörsinn.

Die schwedische Untersuchung wurde von Hörselskadades Riksförbund (HRF), einer großen Interessengruppe für Schwerhörige, durchgeführt. Sie zeigt auf, dass nicht nur der Lärm am Arbeitsplatz, der im traditionellen Gewerbe, wie Bau und Fabrik an der Tagesordnung steht, belastend ist. Auch der Freizeitlärm oder der Lärm in den Büros und Schulen hat negative Folgen.

Lästiger Lärm am Arbeitsplatz

Laut der Untersuchung fühlen sich 57 Prozent durch Lärm im Büro gestört. 51 Prozent der 141 befragten Journalisten geben an, dass es ihnen schwer fällt, sich aufgrund des Lärms im Büro zu konzentrieren. Unter den Lehrern und Pädagogen gaben 67 Prozent an, dass Lärm am Arbeitsplatz ein Problem ist. 57 Prozent sagten auch, dass es teilweise schwierig ist, die Schüler zu verstehen. Die Lärmbelastung in Schulen liegt oft bei 65 bis 78 Dezibel. Damit Lehrer gehört werden können, müssen sie also mit 75 bis 88 Dezibel sprechen. Diese Lärmbelastung entspricht dem Krach im Berufsverkehr und ist schädlich für den Hörsinn.

Schwerhörige besonders schlecht gestellt

Eine schlechte Geräuschumgebung trifft Menschen mit einer Schwerhörigkeit besonders. Normal hörende Menschen können Gespräche trotz Hintergrundlärm von 10 Dezibel mehr verstehen, als Schwerhörige. Im Durchschnitt ist Lärm auf Arbeit für 68 Prozent aller Schwerhörigen ein Problem, wobei die vergleichbare Zahl der normal Hörenden nur bei 47 Prozent lag. Für manche führt dies sogar dazu, dass sie sich arbeitsunfähig melden. Unter den befragten Frauen mit Schwerhörigkeit bezogen 11,6 Prozent eine Frührente im Vergleich zu 5,7 Prozent der normal Hörenden.

Auch Freizeit kann laut sein

Auch in der Freizeit kann es laut zugehen. Zum Beispiel geben 51 Prozent der Befragten an, Probleme mit Gesprächen an öffentlichen Plätzen wie in Cafés zu haben. 93 Prozent meinen, dass eine gesunde Geräuschumgebung wichtig ist. Jeder Zweite gab an, gewisse Cafés wegen der Akustik zu meiden. Mehr als 30 Prozent geben sogar an, schon mal ein Café aufgrund des Lärms verlassen zu haben.

Was kann man tun?

Hörselskadades Riksförbund sieht den Weg zu einer besseren Geräuschumgebung und damit zu weniger Schwerhörigkeit durch die Umweltpolitik. Sie fordern mehr Reglungen und einen Einsatz, um die Aufmerksamkeit zu steigern. Außerdem legen sie allen Menschen nahe, Cafés zu meiden, die zu laut sind und stattdessen die Cafés zu besuchen, die einen Einsatz leisten, um eine angenehme Geräuschsituation zu schaffen. Außerdem wird ein weiterer Forschungseinsatz gefordert.

Quelle: Kakofonien, En rapport om störende ljud och samtalsvänliga ljudmiljöer, udgivet af Hörselskadades Riksförbund 2010

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