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02 Mai 2016

Neue Einsichten in das Verständnis von Tinnitus

Ein internationales Forschungsteam hat neue Erkenntnisse darüber erlangt, wie Tinnitus und Hyperakusis entstehen.

Neue Einsichten in das Verständnis von Tinnitus

Die Ursachen für Tinnitus sind noch weitgehend unbekannt. Jetzt haben Experten von der University of Buffalo, USA, Southeast University, Nanjing, China, und der Dalhousie University in Nova Scotia, Kanada, neue Forschungsergebnisse vorgestellt, die zur Entwicklung zukünftiger Behandlungsmetoden beitragen können.

Wie Tinnitus entsteht

Die Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Tinnitus und die oft zusammen auftretende Hyperakusis, wobei bestimmte Geräusche als unerträglich laut empfunden werden, entstehen. 

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die Rolle des neuronalen Netzes grösser ist als bisher angenommen. Jetzt hoffen die Forscher auf Basis der Erkenntnisse eine Methode entwickeln zu können, die hilft, die Region des Gehirns zu identifizieren, die für die Entstehung von Tinnitus und Hyperakusis verantwortlich ist. 

Das Netz im Fokus

Genau wo und wie Tinnitus im Gehirn entsteht, ist noch nicht bekannt. Aber Richard Salvi, einer der Autoren der Studie und Direktor der University of Buffalo (Center for Hearing and Deafness) erklärt, dass die durchgeführten MRI-Studien darauf hindeuten, dass nicht allein eine Region im Gehirn für die Entstehung von Tinnitus und Hyperakusis verantwortlich ist, sondern dass die Veränderungen im neuronalen Netzwerk zu beobachten sind. 

Durch die Verfolgung des Netzwerks haben Richard Salvi und seine Kollegen einen wichtigen Knotenpunkt innerhalb der zentralen Hörbahn, die Klang verarbeitet, ausfindig machen können.

"Frühere Forschung hat diese Aktivität auch bereits dokumentiert. Was neu ist, ist der Zusammenhang mit der Amygdala, die unsere Studie nachgewiesen hat. Die Amygdala ist der Teil des Gehirns, der Wahrnehmung und Emotionen verbindet. Viele Patienten geben an, dass Tinnitus nach erheblichem Stress oder Angsterlebnissen auftritt. Wir glauben, dass nicht nur die auditiven Faktoren, wie die Minderung der Hörfähigkeit ausschlaggebend für Tinnitus sind, sondern, dass diese mit emotionellen Faktoren zusammenspielen.", so Richard Salvi.

Die Studie wurde in eLife, einer amerikanischen Fachzeitschrift für Biomedizin und Life Sciences veröffentlicht.

Quelle:www.buffalo.edu/

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