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23 September 2014

Neue Erkenntnisse zu lärmbedingter Schwerhörigkeit

Eine Forschergruppe aus den USA hat herausgefunden, wie Lärm das Innenohr schädigt.

Neue Erkenntnisse zu lärmbedingter Schwerhörigkeit

Lärm kann zu dauerhaften Schäden im Innenohr führen. Ein Klingeln in den Ohren kann dabei das einzige Warnzeichen sein. Lange Zeit hat man lärmbedingte Schwerhörigkeit hauptsächlich auf die Schädigung der Sinneshaarzellen zurückgeführt. Man ging davon aus, dass diese Zellen am empfindlichsten sind. 

Allerdings hat eine neue Studie, die sich mit dem Mechanismus von lärmbedingter Schwerhörigkeit beschäftigt, ergeben, dass  die Nervenfasern im Innenohr noch viel anfälliger für Schäden sind. Die Forscher hoffen, dieses Wissen zur Entwicklung neuer Therapien nutzen zu können. 

Haarzellen und Synapsen 

Eine Forschungsgruppe von der Harvard Medical School in den USA hat lärmbedingten Hörverlust an drei Säugetierarten untersucht: Mäusen, Meerschweinchen und Chinchillas.  

Eine normale Haarzelle hat etwa 20 Synapsen, also 20 Verbindungen mit dem Cochlea-Nerv. 

Durch die Verwendung von konfokalen Mikroskopen, konnten die Forscher bei den Tieren, die Lärm ausgesetzt waren, keine Schädigung der Sinneshaarzellen im Innenohr erkennen, aber einen markanten Verlust der Synapsen. 

"Jede fehlende Synapse ist eine Cochlea-Nervenfaser, die durch ein Zusammenziehen abgetrennt wurde. Sie kann daher nicht mehr auf Geräusche reagieren.", erklärte Charles Liberman, der leitende Forscher und Professor für Ohrenheilkunde an der Harvard Medical School. 

Richtlinien unzureichend 

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass jedes Mal, wenn wir zu einem lauten Konzert gehen oder lautes Werkzeug ohne Gehörschutz verwenden, wir auch Synapsen, also Verbindungen zum Hörnerv und damit immer mehr von unserem Hörvermögen verlieren. 

Nach Angaben der Forscher, sind die aktuellen Richtlinien im Bereich Gehörschutz nicht ausreichend, da sie auf der Annahme beruhen, dass eine Schädigung des Gehörs nur bei Überschreitung bestimmter Schwellenwerte auftritt. 

Die Forscher hoffen, dass die Schäden an den Synapsen möglicherweise umkehrbar sind, und dass man in der Zukunft eine Methode zur Wiederherstellung des Hörvermögens bei Schädigung durch Lärm entwickeln kann.

Die Studie wurde von Forschern vom Massachusetts Eye and Ear Infirmary  (MEEI) Eaton Peabody Laboratory an der Harvard Medical School in den USA durchgeführt. 

Quelle:www.medicalxpress.com

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