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19 August 2004

Neue Landetechnik könnte Lärm reduzieren

Der donnernde Lärm von Düsenflugzeugen beim Landeanflug könnte bedeutend gesenkt werden, wenn die Luftfahrtgesellschaften und Behörden eine neue Landetechnik, die von US-amerikanischen Wissenschaftlern entwickelt wurde, einführen würden.

Die neue Technik würde eine deutliche Lärmentlastung für Millionen von Menschen bedeuten, die unter den Einflugschneisen großer Flughäfen leben und gleichzeitig könnte Kerosin eingespart werden. Im neuen, so genannten continuous-descent-Anflug bleibt ein zum Landeanflug bereites Flugzeug länger in der Luft als bei der gängigen Technik und gleitet dann im Leerlauf zur Landebahn, was den Motorenlärm reduziert. Bei einem kürzlich vorgenommenen Systemtest wurde der Lärm am Boden um 6 dB reduziert.

Flugzeuglärm gehört zu den täglichen Belästigungen, die zu Hörverlust und anderen körperlichen wie mentalen Gesundheitsproblemen beitragen. Eine Senkung des Landeanflug-Lärms könnte ein Problem lösen, das viele Wohngebiete betrifft und die Fertigstellung von Landebahnen verzögert, was wiederum zu Stau und Verspätungen im Luftverkehr führt. Gegenwärtig werden Flugzeuge von Fluglotsen und mit Hilfe der Triebwerke zu einem Punkt nahe des Flughafen gelotst, wo das Flugzeug einen Funkleitstrahl abfängt, dem das Flugzeug abwärts folgt bis es zum letzten Landeanflug ansetzt. Benutzt man jedoch den existierenden Flugcomputer, kann der Pilot das Flugzeug zu einem höher gelegenen Punkt in der Luft fliegen, von wo aus der Funkleitstrahl abgefangen werden kann. So kann das Flugzeug dem Strahl in einem langsamen Gleitflug zum Flughafen folgen.

Gleichzeitig könnten dabei, ganz ohne technologische Innovationen, Kerosin eingespart und die Umwelt geschont werden.

"Das bringt wirklich eine ganze Menge" Sagt John-Paul Clarke, Forschungsleiter und außerordentlicher Professor für Aeronautik und Astronautik am "Massachusetts Institute of Technology", zu "The Boston Globe", über die neue Landetechnik.


Durch den höheren Landeanflug-Punkt und die Triebwerke im Leerlauf könnten niedrigere Lärmpegel für Millionen von Menschen, die im Umkreis von 12 bis 24 Kilometern leben, Wirklichkeit werden. Für Menschen, die im Umkreis von bis zu 8 Kilometern Abstand zum Flughafen leben, gibt es bei der neuen Landetechnik keine Aussicht auf Besserung.

Quelle: The Boston Globe, 21. Dezember 2003.

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