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19 Januar 2011

Neues Medikament gegen Tinnitus?

Laut einer Untersuchung kann ein neues Medikament, das ins Ohr eingegeben wird, bei Tinnitus Linderung verschaffen. Dies ist das Ergebnis neuester Forschung.

Neues Medikament gegen Tinnitus?

NST- 001 heißt das Medikament, das zur Beruhigung der hyperaktiven Nervenzellen im Innenohr eingesetzt werden kann und somit dem Entstehen des Phantomgeräuschs Tinnitus entgegenwirkt. Bei direkter Eingabe ins Ohr kann das Medikament der Bildung von Glutamat entgegenwirken. Glutamat regt Zellen zur Hyperaktivität an. Diese Form der Hyperaktivität tritt zum Beispiel dann auf, wenn die Sinneshaarzellen in ihrer Funktionsweise gestört sind. Degenerierte Sinneshaarzellen sind oft die Folge von Lärm.

Stand der Forschung

Forschung an Tieren hat ergeben, dass das Medikament bei direkter Eingabe in das Innenohr Tinnitus stoppen kann. Eine winzige Pilotstudie mit einem freiwilligen Tinnitus-Patienten zeigte auch gute Resultate. Die Testperson berichtet von einer deutlichen Verbesserung der Ohrengeräusche.

Dr. Ralph Home, Leiter des biochemischen Forschungsinstitut am Royal National Institute for the Deaf, erklärt: „In einigen Jahren wird es verschiedene Medikamente geben, die der Hyperaktivität der Zellen entgegenwirken und somit das Auftreten von Tinnitus verhindern können. Diese neue Studie ist außerdem interessant, da gleichzeitig an einer neuen Methode der Medikamentenvergabe - durch direktes Einspritzen in das Innenohr - geforscht wird.“

Entwicklung einer Pumpe

Allerdings zeigen die Studienergebnisse auch, dass der positive Effekt der Behandlung nach dem Behandlungszeitraum verschwindet. Die Ohrengeräusche treten nach kurzer Zeit wieder in gleicher Stärke auf. Deshalb entwickeln die Forscher eine Pumpe, die das Innenohr mit dem entsprechenden Medikament versorgt. Der dazugehörige Dispenser für das Medikament soll dabei den Jahresbedarf decken und den Patienten implantiert werden. Nach einem Jahr soll der Dispenser durch einen kleinen Eingriff durch die, über dem Implantat liegenden, Haut aufgefüllt werden.

Diese Behandlungsmethode ist Patienten zugedacht, die unter einem Jahr lang an Tinnitus leiden. Denn im Frühstadium haben sich noch keine Veräderungen im Gehirn ereignet. Daher kann Tinnitus im Frühstadium auf diese Art behandelt werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nichts über die Wirkung der Behandlungsmethode bei Patienten, die seit über einem Jahr an Tinnitus leiden, bekannt.

Quelle: www.dailymail.co.uk, AUDIO INFOS, November 2009

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