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13 Mai 2008

Ohrentropfen können Gehörverlust verursachen

Einige nicht-verschreibungspflichtige Arten von Ohrenschmalz reduzierenden Ohrentropfen können Entzündungen verursachen und das Innenohr sowie das Trommelfell schädigen.

Patienten, die unter einer erheblichen Bildung von Ohrenschmalz leiden - was sowohl unangenehm ist, als auch den Gehörsinn beeinträchtigen kann - benutzen häufig Ohrenschmalz reduzierende Tropfen, die frei im Handel erhältlich sind und die die Bildung des Schmalzes stoppen sollen.
Eine Untersuchung am Kinderkrankenhaus in Montreal, Kanada beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Präparate auf die Gehörsinneszellen. Es wurde festgestellt, dass manche dieser schmalzlösenden Tropfen in Abhängigkeit der Beschaffenheit des Trommelfelles Entzündungen hervorrufen können, die wiederum eine Schädigung des Trommelfells mit sich führen kann. Dies kann zu Gehörverlust führen.

Cerumenex ist eines der Präparate, die von den Kandischen Wissenschaftlern untersucht wurden. Die Forscher untersuchten die Auswirkung des Stoffes auf die Innenohrhaarzellen von Chinchillas. Die Tiere verfügen über eine ähnliche Aufbauweise des Hörorganes wie der Mensch. Bereits nach einer einzigen Anwendung von Cerumenex wurden Schädigungen an den Haarzellen festgestellt.

Die Forscher empfehlen, dass Cerumenex mit Vorsicht angewendet wird - besonders, wenn der Zustand des Trommelfells des Patienten nicht klar ist.

Ein Sprecher von Cerumenex bestätigt, dass die Firma über die Studie informiert ist und weitere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Kinderkrankenhaus in Montreal durchführen will, um genauere Erkenntnis zu erlangen. Außerdem unterstreicht der Sprecher, dass in der Packungsbeilage ausdrücklich darauf hingewiesen werde, dass das Präparat nicht bei einer Verletzung des Trommelfelles, einer Mittelohrentzündung, atopischer Dermatitis oder anderen Entzündungen sowie allergischen Hautreaktionen im Gehörgang angewendet werden darf.

Cerumenex wurde im Jahre 2002 bereits vom Amerikanischen Markt genommen, ist aber immer noch in Kanada und Europa erhältlich.

Quelle: Science Daily (www.sciencedaily.com/releases/2008/01/080128113212.htm), 2. Februar 2008; The Washington Post (www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/02/01/AR2008020102372.html), 28. Februar 2008.

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