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Trauen Sie sich und schaffen Sie sich ein Hörgerät an

Steffen Kjærgaard ist ein Sprinter bei der Tour de France, der 2000 und 2001 seinem Teamkollegen, Lance Armstrong, mit zum Triumph verhalf. Jedoch von Geschwindigkeit war sein Weg zu einem Hörgerät nicht gerade geprägt. Doch als er sich erst einmal des Problems bewusst war, war es ganz einfach für ihn und die Vorteile zahlreich.

Er ist 35 Jahre alt, Vater zweier Kinder und eine vererbbare Schwerhörigkeit zieht sich durch seine Familiengeschichte. Seine Schwester bekam ihr erstes Hörgerät im Alter von 25 Jahren und auch seine beiden Eltern trugen Hörapparate. Er selbst war Anfang 30, als er sein erstes Hörgerät bekam. ”Ich hätte das sicher schon eher in Angriff nehmen sollen, aber das Vorurteil, Hörgeräte seien nur was für alte Leute, hielt mich davon ab”, erklärt er.

Schon in jüngeren Jahren hatte eine Routinegesundheitsuntersuchung eine leichte Schwerhörigkeit bei Steffen Kjærgaard ergeben aber erst Ende der 90er wurde das Problem deutlicher. Damals haben ihn auch schon seine Freunde zu einem Hörgerät geraten. Er selbst registrierte, dass es ihm schwer fiel, seinen Trainer über den Ohrknopf zu verstehen. Aber auch bei Teambesprechungen gab es Probleme. Seine Frau riet ihm auch zur Anschaffung einer Hörhilfe, doch erst Ende 2007 ging Steffen Kjærgaard den Schritt.

Die Reaktionen in der Familie und im Freundeskreis waren positiv - durch und durch. Alle waren sich einig und fanden, dass Steffen Kjærgaard nun mehr aktiv war. Außerdem genoss sein Umgangskreis, dass es jetzt nicht länger notwendig war über den Tisch oder in größeren Menschengruppen zu schreien. Auch für Steffen war dies eine große Erleichterung.

Leichte Umstellung

Kjærgaard war extrem überrascht, um wie viel einfacher manche Lebenssituationen nun mit Hörgerät wurden. Sein Akustiker warnte ihn vor einer schwierigen Umstellungsphase, bis er sich vollständig an das Gerät gewöhnt habe und dass er besonders laute Umgebung deshalb vermeiden sollte, doch davon merkte Kjærgaard keine Spur.

”Das einzige was ich tun musste, war das Gerät ins Ohr zu setzen, mich ins Auto zu setzen und nach Hause zu fahren. Da war überhaupt keine Gewöhnungsphase”, erklärt er weiter.

Es gibt en paar Ausnahmesituationen in denen Steffen Kjærgaard das Hörgerät nicht verwendet, zum Beispiel beim Sport. Er findet, dass sein Hörgerät ein Hilfsgerät ist, über dessen Gebrauch er individuell entscheidet.

”Mein Hörgerät ist eine Hilfe, wie ein Brille. Man kann es auch mal einen Tag zu Hause lassen und auf Arbeit gehen, es aber am Abend, wenn man sich mit Freunden trifft, benutzen”, so der Radrennfahrer.

Ein persönlicher Rat

Steffen ermutigt alle Betroffenen, auch in seinem Alter den Hörverlust zu akzeptieren und zu versuchen das Problem in Angriff zu nehmen anstatt einfach nur abzuwarten. „Ein Hörgerät könnte die Lösung sein und vielleicht erlebt mancher auch die gleiche Freude und Erleichterung im Alltag wie ich selbst“, so seine Ausführungen.

”Ein Hörgerät ersetzt kein normales Gehör und kann dies auch nicht wieder herstellen. Aber es ist ein nützliches Hilfsmittel, das es mir vereinfacht mit meiner Familie und auch auf Arbeit zu kommunizieren”, meint Steffen Kjærgaard weiter.

Quelle: Din Hørsel; Foto: Din Hørsel

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