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04 April 2005

U-Bahn-Lärm kann Ohren schädigen

Der Lärm der Züge in der Londoner U-Bahn ist an manchen Stellen so laut, dass er das Gehör der Menschen schädigen kann, warnen Experten. Sie empfehlen den Passagieren, Ohrstöpsel zu tragen.

Es verwundert kaum, dass die Reisenden in der Londoner U-Bahn manchmal das Bedürfnis haben, ihre Ohren zuzuhalten. Eine Untersuchung der BBC ergab, dass der Lärm dort größer ist als der eines Presslufthammers.

"Pendler, die seit Jahren regelmäßig mit der U-Bahn fahren, könnten ihr Gehör derart schädigen, dass sie so hören, wie jemand, der 20 Jahre älter ist als sie," berichtet Professor Deepak Prasher, der die Untersuchung durchführte.

Professor Prasher, Leiter der audiologischen Abteilung am University College London, ließ vier Strecken der Victoria Line messen. Es wurden durchschnittliche Lärmpegel von 88-89 dB aufgenommen.

"Ich bin schockiert über das Lärmniveau, das wir aufgenommen haben - es ist höher als ich dachte. Es erreichte ganze 118dB, was wirklich furchtbar ist. Das ist vergleichbar mit einem Presslufthammer oder einem Düsenjet, der etwas entfernt abhebt", berichtet der britische Professor der BBC.

In den lautesten Augenblicken kann der U-Bahn-Lärm das Gehör schädigen.

"Auch wenn die Reisezeit für die meisten Menschen kurz ist, entsteht ein kumulativer Effekt. Falls man regelmäßig U-Bahn fährt, sollte man ernsthaft über irgend eine Form des Ohrenschutzes nachdenken", warnt Prasher.

Die Untersuchung maß auch die Auswirkungen, die der Lärm auf eine Gruppe von Studenten hatte, kurz nachdem sie mit der U-Bahn unterwegs waren. Ihr Gehör war geschwächt, normalisierte sich aber nach einer kurzen Weile.

Ein Zugführer, der während der Arbeit immer Ohrenschutz trägt, sagte der BBC:

"Ich würde den Passagieren raten, dasselbe zu tun. Es ist hier wirklich ziemlich laut, und sie sollten nicht ihr Gehör auf's Spiel setzen."

Die Gesundheits- und Sicherheitsregeln besagen, dass Arbeitgeber Angestellten, die am Arbeitsplatz im Durchschnitt acht Stunden lang Lärmpegeln von 85 dB oder mehr ausgesetzt sind, Ohrenschutz zur Verfügung stellen müssen.

Quelle: BBC News, bbc.co.uk, 15.07.2004

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