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18 Oktober 2016

Unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht Risiko für soziale Isolation bei Senioren

Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren mit unbehandelten Hörproblemen leiden öfter an sozialer Isolation und kognitiven Störungen.

Unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht Risiko für soziale Isolation bei Senioren

Eine Studie der University of British Columbia, UBC Okanagan, Kanada hat gezeigt, dass nicht diagnostizierte und unbehandelte Schwerhörigkeit bei Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren mit einem deutlich höheren Risiko von sozialer Isolation in Verbindung steht. Die Forscher fanden heraus, dass bereits eine Hörminderung von 10 dB das Risiko der sozialen Isolation mit 52% erhöht.

Erhöhter kognitiver Rückgang

Die UBC-Studie ergab auch, dass nicht diagnostizierte Hörprobleme zu einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten führen können, der den Auswirkungen von vier Jahren Alterung entspricht.

„Hörverlust wird oft nicht als Problem der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung betrachtet. Deshalb gibt es oft nicht ausreichend Ressourcen im Gesundheitswesen, die für Hörtests und Behandlung von Schwerhörigkeit verwendet werden können. Soziale Isolation hat ähnliche Auswirkungen auf die Sterblichkeit der Betroffenen wie Rauchen sowie Alkoholkonsum.  Diese Faktoren sollten weiter untersucht werden, sowohl im gesellschaftlichen Bereich, als auch bei den Individuen selbst“, so Dr. Paul Mick, Arzt und Professor des UBC’s Southern Medical Program.

Bessere Wahrnehmung mit Hörgeräten

Frühere Forschungsergebnisse, die unter Leitung von Professor Hélène Amieva, Université Victor Segalen Bordeaux in Frankreich dokumentiert wurden, hatten ans Licht gebracht, dass Hörverlust den Rückgang der kognitiven Fähigkeiten bei älteren Erwachsenen beschleunigt. Die Studie fand auch heraus, dass die Verwendung von Hörgeräten dem entgegenwirken kann. Schwerhörige, die mit Hörgerät versorgt sind, haben dabei den gleichen Stand bezüglich der kognitiven Fähigkeiten wie Menschen ohne Herabsetzung des Hörvermögens.

Eine weitere Studie, durchgeführt an der John Hopkins University, USA hat ergeben, dass nicht diagnostizierter Hörverlust eine negative Auswirkung auf das körperliche und geistige Wohlbefinden älterer Menschen hat, so dass sie öfter Krankenhausaufenthalte haben sowie Symptome von Niedergeschlagenheit und Depressionen aufzeigen.

Über die Studie

In die UBC-Studie gingen die Daten von 5000 Probanden ein, die in den Jahren 1999 bis 2010 im Rahmen der National Health and Nutrition Examination Survey in den Vereinigten Staaten gesammelt wurden. Die Studie wurde in der Zeitschrift Ear and Hearing veröffentlicht.

Quelle:www.eurekalert.org

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