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12 März 2014

Unbehandelte Schwerhörigkeit lässt das Gehirn schrumpfen

Forscher haben herausgefunden, dass Hörverlust den Gehirnschwund bei älteren Menschen beschleunigt. Für die Forscher unterstreicht die Studie einmalmehr die Wichtigkeit einer Behandlung bei Schwerhörigkeit, anstatt die Hörminderung zu ignorieren.

Mit zunehmendem Alter verringert sich die Gehirnmasse. Das ist normal. Dieser Vorgang scheint bei älteren Menschen mit unbehandelter Schwerhörigkeit allerdings im Eiltempo stattzufinden. Das zumindest hat eine Studie von Forschern am Johns Hopkins und dem National Institute für das Altern ergeben.

Forscher Frank Lin, M. D. , Ph.D. und seine Kollegen vom Johns Hopkins Medicine, USA, analysierten die Daten aus der Baltimore Longitudinal Study of Aging - einer Studie über das Altern. Sie verglichen Veränderungen im Gehirn von Erwachsenen mit normalem Gehör und Erwachsenen mit Schwerhörigkeit.

Bei 126 Teilnehmern wurden zehn Jahre lang jährlich ein MRT durchgeführt, um Veränderungen im Gehirn zu verfolgen. Zu Beginn der Langzeitstudie, im Jahre 1994, wurden bei allen Teilnehmern ein MRT, eine ganzheitliche Gesundheitsuntersuchung und ein Hörtest durchgeführt. Damals hatten 75 ein normales Gehör, während 51 eine Schwerhörigkeit von mindestens 25 dB aufwiesen.

Mehr Gehirnmasse verloren

Nach der Analyse der MRTs der folgenden Jahre,  entdeckten Lin und seine Kollegen, dass diejenigen Teilnehmer, deren Gehör bereits zu Beginn der Studie herabgesetzt war, eine sich schneller entwickelnde Hirnatrophie (Gehirnschwund) aufwiesen, als die Teilnehmern mit normalem Gehör.

Generell verloren die Probanden mit Schwerhörigkeit mehr als einen zusätzlichen Kubikzentimeter Hirngewebe pro Jahr. Der Gehirnschwund trat bei den Personen mit Hörminderung auch deutlich mehr in bestimmten Bereichen des Gehirns auf. Zum Beispiel waren die Regionen, die für Verarbeitung von Klang und Sprache verantwortlich sind, besonders betroffen.

Der Rückgang des Gewebes in den Regionen, die für Sprache und Klang verantwortlich sind, überraschte die Forscher nicht. Der Geweberückgang lässt sich mit dem Mangel an Stimulation des auditiven Kortex erklären. Allerdings lässt sich die Funktion der Bereiche nicht nur auf Klangverarbeitung reduzieren. Denn die Bereiche können nicht isoliert betrachtet werden.

Hörverlust behandeln

"Die Studie zeigt die Wichtigkeit einer Behandlung bei Schwerhörigkeit auf. Ignorieren ist keine Lösung. Wenn es um die Behandlung von Schwerhörigkeit geht, ", erklärt Lin, "dann gilt, je früher, desto besser. Denn wenn Schwerhörigkeit Grund für die strukturellen Veränderungen im Gehirn ist, denn gilt es den Hörverlust zu behandeln, bevor diese Veränderungen auftreten."

Lin und seine Kollegen planen weitere Untersuchungen. Sie wollen prüfen, in wieweit eine zeitige Behandlung von Schwerhörigkeit die damit verbunden Gesundheitsprobleme verzögern kann.

Diese Forschungsergebnisse ergänzen die Liste der gesundheitlichen Risiken bei Schwerhörigkeit. Zu denen gehören ein erhöhtes Risiko für Demenz, Stürze, Krankenhausaufenthalte und verminderte körperliche und geistige Gesundheit im allgemeinen.

Quelle:

www.hopkinsmedicine.org und

www.medicalxpress.com

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