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07 Juli 2003

Verheerender Mangel an medizinischer Hörversorgung

In Russland ist der Zustand ohrenärztlicher Betreuung im Vergleich zum Weltstandard schockierend, und nur wenige, unvollständige Daten sind zugänglich, laut der englischsprachigen Zeitung, Moscow News.

Das Blatt schreibt weiter, dass Aufmerksamkeit, Tests und Behandlung von Hörproblemen in Russland so spärlich vorhanden sind, dass Ohrkrankheiten in der Liste über "sozial kritische Krankheiten" des Gesundheitsministeriums nicht vorkommen und Russen im Übrigen dazu neigen, leichtfertig mit ihrem Gehör umzugehen. Sie sehen keine Notwendigkeit, rechtzeitig ärztliche Hilfe zu suchen, es sei denn, die Schmerzen werden unerträglich. Außerdem schädigen sie ihre Ohren laufend durch Lärm und unzureichende Pflege.

Die Anzahl von Russen, die aufgrund ihres Gehörs ärztlichen Rat einholen lag 2002 bei 4,9 Millionen, und die Zahl wächst um 100 000 pro Jahr. Die geschätzte Gesamtzahl an gehörlosen oder hörgeschädigten Russen liegt bei 13 Millionen. Davon hätten viele eine Schädigung vermeiden können.

Doch Hörprobleme stehen in Russland auf der Prioritätenliste so weit unten, dass Hörscreenings für Kinder bis sechs Jahren außer bei offenkundigen Symptomen nicht einmal in Betracht gezogen werden.

Laut der Weltgesundheitsorganisation, WHO, ist Mittelohrentzündung der Hauptgrund für ernste Hörschäden, vor allem in kaum entwickelten Ländern und in den ärmsten Gesellschaftsschichten.

Aus russischen Gesundheits-Statistiken lässt sich schließen, dass Mittelohrentzündung drei Mal so häufig vorkommt wie die Rate, bei der die WHO nationale Maßnahmen für die Erkennung und Behandlung der Krankheit vorschlägt. Und das berücksichtigt nicht die zusätzlichen unentdeckten Fälle von Mittelohrentzündung. Bei der Mehrheit russischer Gesundheitszentren fehlt es an Instrumenten, die diese schädigenden Infektionen problemlos entdecken können.

Quelle: Moscow News, 7. Mai 2003

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