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25 Oktober 2011

Viele sprechen nicht über ihren Hörverlust

Viele schwerhörige Menschen behalten ihre Probleme für sich und erhalten daher nicht die Unterstützung und die Hilfe, die sie benötigen. Für viele ist der vorzeitige Ruhestand schließlich unvermeidbar.

Viele sprechen nicht über ihren Hörverlust

Die Mitglieder der Britischen Organisation für Schwerhörige, RNID, bekannt als „Action on Hearing Loss“, haben in einer Studie herausgefunden, dass viele schwerhörige Menschen nicht offen mit ihrem Hörverlust umgehen. Nur knapp die Hälfte der Befragten gab an, ihren Kollegen von ihrem Hörverlust berichtet zu haben, und nur 37%  gab an, ihren Chef informiert zu haben. Ein Drittel der Befragten gab sogar an, es niemand auf der Arbeit zu erzählen.

Eine Studie, die im März und April 2011 von Hear-it AISBL durchgeführt wurde, ergab ähnliche Ergebnisse. Sie zeigte, dass nur 39% offen über ihren Hörverlust mit Kollegen und Bekannten sprechen. 20% der Befragten gaben an, dass sie versuchen, es für sich selbst zu behalten und mehr als 16% sagten: „Ich behalte es für mich“.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige Menschen einfach nicht den Mut haben mit den Kollegen oder dem Arbeitgeber drüber zu sprechen und deshalb auch keine Anforderungen stellen, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen könnten. Der Organisation RNID/Action on Hearing Loss zufolge, sind dies alarmierende Fakten.

Hörverlust schwächt das Selbstvertrauen und erhöht das Schamgefühl

40% der Befragten der jährlichen RNID-Studie gaben an, dass ihr Hörverlust dazu geführt hat, dass sie weniger Selbstvertrauen am Arbeitsplatz haben. 34% gaben an, dass ihr Hörverlust zu einem geschwächten Selbstvertrauen in Bezug auf neue Arbeit und Verantwortung geführt hat. Laut dem Bericht, fühlen sich viele Betroffene isoliert und von Anderen nicht wertgeschätzt.

Die Hear-it AISBL-Studie hat gezeigt, dass 43% ihre Schwerhörigkeit ein wenig peinlich finden, wohingegen 28% sie als sehr peinlich empfinden. Nur 28% finden es überhaupt nicht peinlich.

Der Generalsekretär von Hear-it AISBL, Kim Ruberg, sagt: „Ich kann nur allen Schwerhörigen raten, offen mit der Hörminderung umzugehen. Es gibt nichts zu verstecken - nichts, was einem peinlich sein sollte. Offen mit der Schwerhörigkeit umzugehen, verbessert die Lebensqualität. Wenn die Menschen im Umfeld Bescheid wissen, zeigen Sie meistens Verständnis und nehmen Rücksicht.“

Vorzeitiger Vorruhestand

Hörverlustbedingte Schwierigkeiten am Arbeitsplatz können zu der Entscheidung führen, in Vorruhestand zu gehen. 36% der Frührentner sagten in der RNID-Studie, dass der Grund des Vorruhestands auf die Schwerhörigkeit zurückzuführen sei.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Menschen ihren Arbeitgeber drauf ansprechen, sodass sie eine angemessene Unterstützung erhalten können. Es ist zwingend notwendig, dass die Regierung solche Initiativen fördert, damit sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer über ihre Pflichten und die verfügbaren Unterstützungsmöglichkeiten Bescheid wissen, lautet es im RNID Jahresbericht 2010.

Quelle: RNID - Annual Survey Report 2010 & Online Survey carried out by Hear-it AISBL onHear-it.org

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