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Zementarbeiter riskieren ihr Gehör

Über 55 Prozent der Arbeiter einer mexikanischen Zementfabrik zeigten sich bei einer Studie als schwerhörig durch Lärm. In einigen Bereichen der Fabrik waren sogar ganze 85 Prozent der Arbeiter von Hörverlust betroffen.

Zementarbeiter riskieren ihr Gehör

Eine mexikanische Studie, die das Auftreten von lärmbedingtem Hörverlust unter 85 Arbeitern einer Zementfabrik untersuchte, ergab, dass 55 Prozent der Arbeiter an Hörverlust litten, der durch Lärm ausgelöst wurde. 70 Prozent von ihnen litten an beidseitigem Hörverlust, während 30 Prozent auf einem Ohr schlecht hörten.

Der Hörverlustgrad variierte von 20-30 dB bis über 60 dB. 72 Prozent der Arbeitnehmer litten an beidseitigem Hörverlust zwischen 20 und 30 dB bei 4.000 Hertz.

Das Alter der Arbeitnehmer rangierte von 18 bis 55 Jahren, und die Anzahl der gearbeiteten Jahre variierte von 1 bis 31.

Arbeitsjahre und Nachwirkungen

Die Anzahl der Jahre, die ein Arbeiter in der Fabrik gearbeitet hatte, zeigte sich als bedeutsam. Diejenigen, die 1 bis 7 Jahre dort gearbeitet hatten, waren allgemein weniger schwerhörig als die Arbeiter, die 8 bis 31 Jahre in der Fabrik gearbeitet hatten. Bei der ersten Gruppe lag das Risiko bei 50 Prozent, bei der zweiten Gruppe bei fast 70 Prozent.

Lärmpegel von mehr als 90 dB wurden z.B. bei den Zementmühlen oder beim Zermahlen und Walzen gemessen. Die meisten hörgeschädigten Arbeiter, bis zu 85 Prozent, wurden im Kalzinierungsbereich ermittelt. Obwohl dieses Gebiet nicht am lautesten war, gelangten die Arbeiter dorthin, nachdem sie in allen anderen Bereiche gearbeitet hatten.

Die Auswirkungen der Dezibel

Die Studie zeigte, dass 65 Prozent der Arbeiter, die Lärmpegeln von mehr als 90 dB ausgesetzt waren, schwerhörig waren. Unter denjenigen, die Lärmpegeln zwischen 85 und 90 dB ausgesetzt waren, hatten 44 Prozent Hörschäden.

Die Studie wurde in dem Journal Salud Pública de México, im März-April 2000 veröffentlicht und anhand von persönlichen Interviews, audiometrischen Tests und Lärmpegelmessungen durchgeführt. In der Studie wurde nicht erwähnt, ob die Arbeiter Gehörschutz benutzten.

Gehörschutz und Vorsichtsmaßnahmen

Die Arbeit in einer lärmreichen Umgebung ist schädlich für das Gehör.

Die offizielle mexikanische Richtlinie der Gesundheits- und Sicherheitsverordnung für lärmreiche Arbeitsplätze wurde 2001 auf den neuesten Stand gebracht. Dort heißt es, dass 8 Stunden täglich bei 85 dB die maximal erlaubte Lautstärke an einem Arbeitsplatz sind, im Vergleich zu der vorher akzeptierten Grenze von 90 dB.

Arbeiter müssen Gehörschutz tragen, der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird, und sich Hörtests unterziehen. Zusätzlich müssen Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmquelle ergriffen werden sowie andere Mittel zur Lärmreduzierung am Arbeitsplatz durchgeführt werden, sofern der maximale Schallpegel überschritten wird.

Quelle: “Prevalence and correlates of hearing loss in a cement factory”, Salud Pública de México, Bd. 42, Nr. 2, März-April 2000 und Official Mexican Standard NOM-011-STPS.

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