24 Oktober 2005

”Führerschein” für DJ’s

Deutschen DJs wird eine spezielle „Führerscheinprüfung“ angeboten. Diese soll DJs rund um die Gefahren von exzessiv lauter Musik schulen und ist Teil des Kampfes gegen Hörschäden, von denen eine immer größer werdende Zahl an Jugendlichen betroffen sind.

Immer mehr junge Leute leiden an Hörschäden. Häufige Besuche in Discos mit hämmernder Musik ist einer der Gründe, und die Nachtclubindustrie Deutschlands hat sich dazu entschlossen, die Bemühungen zur Einschränkung des Freizeitlärms zu unterstützen.

”Die ständig zunehmende Zahl von Hörschäden bei Kindern und jungen Erwachsenen durch Freizeitlärm ist ein Grund zu tiefer Besorgnis. Wir müssen in vielen Bereichen des sozialen Lebens umdenken lernen,” erklärte Henning Franz, Vorsitzender des Berufsverband Discjockey.

Zurück auf die Schulbank

Die DJ-Führerscheinprüfung abzulegen ist freiwillig.

Die teilnehmenden DJs erhalten Instruktionen in mehreren Gebieten wie Akustik, Technologie und Gefahren durch laute Musik. Das Seminar schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab.

”Die Kurse wurden von Experten der Technischen Universität in Berlin zusammengestellt, zusammen mit Forschern, welche die Auswirkungen von Lärm untersuchen,” sagte Stephan Büttner, Rechtsanwalt und Manager des Berufsverbandes der Discjockeys.

Zusätzlich zu dem Lärmtraining werden die deutschen DJs durch Lärmmonitore unterstützt, welche die Schallpegel auf der Tanzfläche anzeigen. Die Anzeigen geben an, von wie vielen dB die Tänzer auf der Tanzfläche umgeben sind, und warnen den DJ, wenn der Musiklärm gefährliche Pegel erreicht.

Die ersten DJs erhielten ihre Führerscheine November 2004 in Stuttgart. Seitdem haben mehrere die Prüfung absolviert.

Andere Gefahren

Es wird davon ausgegangen, dass jeder vierte junge Deutsche an Hörschäden leidet, und dass ein ganzes Drittel der heutigen Jugendlichen bereits Hörgeräte brauchen werden, wenn sie gerade einmal 50 Jahre alt sind.

Es ist nicht nur die laute Musik in Discos, die ihr Gehör schädigt. Das stundenlange Hören von Musik auf Discmans und MP3-Playern rangiert unter vielen anderen bedeutenden Ursachen.

Quellen: Berufsverband Discjockey, www.bvd-ev.de, Allgemeine Hotel und Gaststätten-Zeitung, www.ahgz.de

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