Unilateraler Hörverlust - einseitige Taubheit

Ein unilateraler Hörverlust tritt ein, wenn Sie auf einem Ohr schlechter oder gar nicht hören. Handelt es sich dabei um einen schweren oder hochgradigen Hörverlust, bezeichnet man den Zustand auch als einseitige Taubheit. Ein einseitiger Hörverlust ist keine Seltenheit.

Was versteht man unter einseitigem Hörverlust?

Ist die Hörfähigkeit des Patienten nur auf einer Seite des Kopfes eingeschränkt, spricht man von einem einseitigen, oder unilateralen, Hörverlust. Im Gegensatz dazu besteht ein beidseitiger Hörverlust, auch bilaterale Schwerhörigkeit genannt, wenn beide Ohren betroffen sind. Ein einseitiger Hörverlust kann in milder, sowie schwerer als auch hochgradiger Form vorkommen und wirkt sich häufig negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus.

Wenn ein einseitiger Hörverlust in schwerer oder hochgradiger Form auftritt, wird er auch als einseitige Taubheit bezeichnet, da die Hörfähigkeit der Patienten in diesem Fall so stark eingeschränkt ist, dass sie auf dem betroffenen Ohr nichts mehr hören können. Konkret versteht man unter unilateraler Taubheit also einen Zustand, bei dem die Hörfähigkeit des Patienten auf der einen Seite des Kopfes stark eingeschränkt und auf der anderen Seite – dem „guten Ohr“ – voll funktionsfähig ist. Sollte der Hörverlust des Betroffenen schwer oder sogar hochgradig ausfallen, hört dieser oft nur mit einem Ohr. Dies nennt man auch einseitiges und in der Fachsprache monoaurales Hören. Einseitige Taubheit bezeichnet man auch als unilaterale Taubheit.

Ein unilateraler Hörverlust kann als Schallleitungsschwerhörigkeit und als sensorineuraler Hörverlust auftreten.

Sowohl Kinder als auch Erwachsene können an unilateralem Hörverlust leiden. Ein einseitiger Hörverlust ist nichts Ungewöhnliches, sondern tritt recht häufig auf. Es gibt jedoch keine exakten Angaben zur Zahl der Betroffenen, aber man nimmt an, dass alleine in den Vereinigten Staaten rund 60.000 Personen mit einem unilateralen Hörverlust oder einseitiger Taubheit leben.

Anzeichen und Symptome eines einseitigen Hörverlusts

Was genau weist auf einen unilateralen Hörverlust hin? Personen mit einem einseitigen Hörverlust haben häufig Probleme dabei Geräuschquellen auszumachen. Sie können also nicht hören, wo genau Laute herkommen. Zudem fällt es den Betroffenen zunehmend schwer, Sprache in lauten Umgebungen zu verstehen. Wenn es Ihnen also schwerfällt, Menschen zu verstehen, wenn Sie nur von einer bestimmten Seite angesprochen werden, könnten auch Sie an einem unilateralen Hörverlust leiden.

Ursachen unilateraler Schwerhörigkeit

Wodurch wird eine einseitige Schwerhörigkeit ausgelöst? Ein unilateraler Hörverlust kann viele Ursachen haben:

  • Ein einseitiger Hörverlust kann, wie auch andere Arten von Schwerhörigkeit, erblich bedingt sein.
  • Ein einseitiger Hörverlust kann als Folge eines Schädeltraumas oder einer Kopfverletzung auftreten.
  • Ein Hörnervtumor, auch als akustisches Neuroma (AN), Vestibularis-Schwannom oder Akustikusneurinom (AK) bezeichnet, kann auch Ursprung eines einseitigen Hörverlusts sein.
  • Ein einseitiger Hörverlust kann aufgrund einer Virus- oder Bakterieninfektion entstehen.

Ein einseitiger Hörverlust kann bei Säuglingen vorkommen, deren Mutter in der Schwangerschaft erkrankt war. Darüber hinaus kann ein einseitiger Hörverlust auch durch Mikrotie, einem angeborenen Leiden, bei dem die Ohrmuschel des Patienten fehlgebildet ist, Morbus Ménière und Mastoiditis hervorgerufen werden.

Wie behandelt man einen unilateralen Hörverlust?

Bei der Behandlung von unilateralem Hörverlust können sowohl operative als auch nicht-operative Methoden eingesetzt werden. Ein unilateraler Hörverlust wird normalerweise mit Hörgeräten oder Hörimplantaten, wie beispielsweise Knochenleitungsimplantaten, behandelt. Ein Cochlea-Implantat kann auch zur Behandlung eines einseitigen, schweren sensorineuralen Hörverlusts verwendet werden, wenn die Hörschnecke des Innenohrs gesund ist. Die Behandlungsmethode ist in der Regel von der Schwere und der Art der Schwerhörigkeit abhängig.

Sollte der Patient noch auf dem betroffenen Ohr hören können, wird der Hörverlust oft mithilfe der Hörverstärkung eines normalen Hörgerätes behandelt.

Ist der Patient auf dem betroffenen Ohr fast oder ganz ertaubt, kommt eine spezielle Art von Hörgerät zum Einsatz. Diese werden als CROS-Hörgeräte bezeichnet. Ein CROS-Hörgerät sendet Töne und Geräusche von dem ertaubten zu dem normal hörenden Ohr. Heutzutage sind diese Hochleistungshörgeräte meistens mit kabelloser Übertragung ausgestattet. Bei manchen Geräten kann es durchaus vorkommen, dass die vom Hörgerät empfangenen Laute mittels eines Leitungskabels im Nacken zum „guten Ohr“ des Betroffenen gesendet werden. Eine besondere Ausführung des CROS-Hörgerätes ist ein BiCROS-Gerät. Diese Art der Versorgung kommt in Frage, wenn auch die Hörfähigkeit des „besser hörenden Ohrs“ des Patienten eingeschränkt ist.

Implantierbare Hörlösungen, wie zum Beispiel Knochenleitungsimplantate, werden verwendet, um spezielle Arten von schwerer oder hochgradiger einseitiger Schwerhörigkeit (unilateraler Taubheit) zu behandeln. Dabei werden Töne und Geräusche von dem ertaubten Ohr zu dem funktionierenden Ohr auf der anderen Seite des Kopfes des Patienten gesendet.

Kinder mit unilateralem Hörverlust

Wie Erwachsene, können auch Kinder von einseitigem Hörverlust betroffen sein. Insgesamt wird eins von 1000 Kindern sogar mit einem einseitigen Hörverlust geboren und ganze 3 % aller Schulkinder hören auf einem Ohr schlechter. Der Grad der Schwerhörigkeit ist jedoch von Kind zu Kind unterschiedlich. Einseitige Hörprobleme sind bei Kindern oft genetisch bedingt oder stammen von Krankheiten, die die Mutter in der Schwangerschaft durchgemacht hat. Eine andere Ursache sind Ohrenverletzungen, die sich das Kind zugezogen hat.

Ein einseitiger Hörverlust verringert das Hörvermögen des Kindes und kann deshalb dessen Fähigkeit, Sprache zu erkennen und zu verstehen, sowie dessen Sprachentwicklung negativ beeinträchtigen. Kinder, die an einem unilateralen Hörverlust leiden, haben oftmals Probleme, Geräuschquellen zu erkennen.
Die Ursache der Schwerhörigkeit bestimmt den Zeitpunkt des Beginns der Beeinträchtigung.

Einseitiger Hörverlust wird bei Kindern in der Regel mit Hörgeräten oder Hörimplantaten, wie beispielsweise Knochenleitungsimplantaten, behandelt.

Genau wie bei anderen Formen von Schwerhörigkeit, die bei Kindern auftreten können, ist es wichtig, dass die Eltern auf die Hörprobleme ihres Kindes eingehen und den Kindergarten und die Schule darüber in Kenntnis setzen. Darüber hinaus sollten alle Lehrer des Kindes, dessen Klassenkameraden und deren Eltern über die Schwerhörigkeit informiert werden.

Plötzlicher einseitiger Hörverlust

Schwerhörigkeit auf nur einem Ohr kann auch plötzlich auftreten. Ist dies der Fall, spricht man von einem plötzlichen unilateralen Hörverlust, einer Form von Hörsturz. Wenn Sie plötzlich auf einem Ohr weniger hören, sollten Sie sich daher umgehend an einen Arzt wenden. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto besser sind Ihre Chancen auf Heilung.

Einseitiger Hörverlust und Tinnitus

Betroffene können auch Tinnitus erleben. Dieser kann sowohl einseitig als auch beidseitig vorkommen. Ein Tinnitus entsteht jedoch nicht immer als Folge des unilateralen Hörverlustes.

Was kann bei einseitigem Hörverlust getan werden?

Was sollten Sie tun, wenn Sie denken, von unilateralem Hörverlust betroffen zu sein? Wie auch bei anderen Formen von Schwerhörigkeit, sollten Sie sich an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Hörgeräteakustiker wenden, um einen Hörtest machen zu lassen. Dahingegen handelt es sich bei einem plötzlichen unilateralen Hörverlust um einen medizinischen Notfall, der auch als solcher sofort behandelt werden sollte.

 

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