05 April 2016

Aktivierung der Gehirnregionen beeinflusst Tinnitus

Menschen mit Tinnitus, die sich durch ihre Symptome weniger belästigt fühlen, aktivieren eine andere Gehirnregion, bei der Verarbeitung emotioneller Informationen.

Während sich manche Menschen mit Tinnitus an die Symptome gewöhnen, erleben andere durch die Symptome eine deutliche Einschränkung im Alltag. Eine Studie, die in der Zeitschrift, PLoS ONE veröffentlich wurde, zeigt, dass Menschen, die sich weniger durch ihren Tinnitus gestört fühlen, eine andere Gehirnregionen zur Verarbeitung emotioneller Eindrücke aktivieren, als diejenigen, die sich durch die Symptome im Alltag sehr beeinträchtig fühlen.

Die Studie zeigte außerdem, dass körperliche Aktivität die Verarbeitung von Emotionen beeinflussen kann und damit auch eine positive Auswirkung auf die Lebensqualität von Tinnitus-Patienten hat.

Die Aktivierung des Frontallappen

Forscher von der University of Illinois in Urbana-Champaign in den USA haben festgestellt, dass Patienten, die sich an die Tinnitussymptome gewöhnt haben und daher die Belastung als geringer empfinden, eine höhere Aktivität im Frontallappen des Gehirns aufweisen. Die erhöhte Aktivität im Frontallappen, könnte zur Kontrolle der Gefühlsreaktion beitragen und damit der erlebten Belastung durch den Tinnitus entgegenwirken.

„Wir versuchen zu verstehen, wie sich das Gehirn bei Tinnitus über eine lange Zeit anpasst", so Professor Fatima Husain von der University of Illinois.

Über die Studie

Insgesamt gingen 32 Personen mit unterschiedlichen Grad von Tinnitus in die Untersuchung ein, die unter Verwendung von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) durchgeführt wurde. Das Verfahren ermöglichte es den Forschern, Veränderungen im Blutsauerstoffspiegel im Gehirn während einer Aktivität zu sehen. Im Rahmen der der Untersuchung wurden den Probanden verschieden Geräusche, von der International Affective Digital Sounds Datenbank vorgespielt. Die Geräusche lassen sich als angenehm oder nicht angenehm einstufen.

Husains Team hat auch die Schwere des Tinnitus und der Belastung mittels einer Reihe von Gesprächen und Fragebögen zur Beurteilung des Hörvermögens, der Aufmerksamkeit, den Gefühlen und dem Schlafverhalten der Probanden untersucht.

Quelle: www.sciencedaily.com

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