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21 August 2018

Altersbedingte Schwerhörigkeit mit Depression bei älteren Erwachsenen verbunden

Laut einer wissenschaftlichen Studie zeigen ansonsten gesunde, ältere Erwachsene, die an einer altersbedingten Schwerhörigkeit leiden, häufiger Depressionssymptome.

Altersbedingte Schwerhörigkeit mit Depression bei älteren Erwachsenen verbunden

Eine amerikanische Studie hat frühere Forschungsergebnisse bestätigt und eine Verbindung zwischen altersbedingter Schwerhörigkeit und Symptomen von Depressionserkrankungen festgestellt.

Risiko einer Depressionserkrankung um das 1,85-Fache erhöht

Gemäß der Studie wird altersbedingte Schwerhörigkeit mit einer Häufung von Depressionssymptomen bei sonst gesunden älteren Erwachsenen in Verbindung gebracht. Dies wurde mit einer zehnjährigen Follow-up Studie gezeigt, bei der Teilnehmer mit normalem und gradweise verbessertem Gehör, sowie Teilnehmer mit beeinträchtigtem und gradweise verschlechtertem Gehör untersucht wurden.

Das Risiko von einem verstärkten Auftreten von Depressionssymptomen war für Teilnehmer mit beeinträchtigtem oder gradweise sich verschlechterndem Gehör um 1,63-mal höher als bei Teilnehmern mit normalem oder gradweise verbessertem Hörvermögen. Bei der Auswertung der Resultate wurden Alter, ethnische Herkunft, Geschlecht und Bildungsstand der Teilnehmer berücksichtigt. Bei Teilnehmern mit einem beeinträchtigten und gradweise verschlechterten Hörvermögen war die Entwicklung einer ausgeprägten depressiven Symptomatik 1,85-mal wahrscheinlicher, als bei Teilnehmern mit einem normalen oder gradweise verbesserten Hörvermögen. Auch hier wurden Alter, ethnische Herkunft, Geschlecht und Bildungsstand der Teilnehmer berücksichtigt.

Darüber hinaus zeigte die Studie, dass der Gebrauch von Hörgeräten keinen besonderen Einfluss auf das Risiko einer Depressionserkrankung hatte. Die Ergebnisse wurden unter Berücksichtigung von Alter, ethnischer Herkunft, Geschlecht und Bildungsstand der Teilnehmer ausgewertet.

Frühere Studien

Frühere Studien zeigen, dass Schwerhörigkeit mit Depressionserkrankungen verbunden ist und besonders bei Frauen und Patienten unter siebzig Jahren auftritt. Im Rahmen der Studie wurden Daten der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (deutsch: der nationalen Umfrage zu Gesundheit und Ernährung der Bevölkerung) analysiert. An der Umfrage nahmen 18.000 Erwachsene in einem Alter von 18 Jahren und älter teil.

Eine umfangreiche französische Studie zeigte Folgendes: Im Vergleich zu Normalhörigen oder Schwerhörigen, die Hörgeräte tragen, haben Männer, die trotz einer selbst eingeschätzten Schwerhörigkeit keine Hörgeräte benutzen, ein um 43 % höheres Risiko, Depressionssymptome zu entwickeln.

Tinnitus und Depression

Laut einer italienischen Studie sind Männer und Frauen, die von chronischem Tinnitus betroffen sind, anfälliger für eine Depressionserkrankung.

Zur Studie

Über einen Beobachtungszeitraum von 10 Jahren wurden 1.204 Teilnehmer im Alter von 70 bis 79 Jahren untersucht. Alle Teilnehmer waren von einer selbst eingeschätzten Schwerhörigkeit betroffen und der Grad der Schwerhörigkeit wurde anhand von standardisierten Selbstberichten im ersten, fünften und elften Jahr der Studie gemessen. Depressive Symptome wurden mithilfe der „Center for Epidemiologic Studies Depression Scale” (CES-D) beurteilt und jeweils im ersten, vierten, fünften, sechsten, achten und zehnten Jahr der Studie ermittelt.

Quelle: Die Follow-up Studie „Age-Related Hearing Loss and its Association with Depression in Later Life” wurde in der Fachzeitschrift „American Association for Geriatric Psychiatry” im Jahre 2018 veröffentlicht.

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