18 November 2019

Andere Gesundheitsprobleme verschlimmern sich mit Grad der Schwerhörigkeit

Eine Studie hat gezeigt, dass Schwerhörige öfter Erschöpfungszustände, Depression, Somatisierungsstörungen und Einsamkeit erleben. Ein Hörverlust verschlimmert diese Erkrankungen zunehmend.

Forscher haben in einer niederländischen Studie herausgefunden, dass Schwerhörigkeit bei jüngeren und Erwachsenen mittleren Alters mit starken Erschöpfungszuständen, Depressionserkrankungen, Somatisierungsstörungen und Einsamkeit in Verbindung steht. Je stärker der Hörverlust, desto höher war das Risiko, diese psychosozialen Erkrankungen zu entwickeln.

Das Ziel der Studie war, den Zusammenhang zwischen dem Hörvermögen und der psychosozialen Gesundheit von Erwachsenen zwischen 18 und 70 Jahren zu untersuchen.

Die Studie zeigte bedeutende unerwünschte Zusammenhänge zwischen dem Hörvermögen der Teilnehmer und psychosozialen Erkrankungen wie Erschöpfungszuständen, Somatisierungsstörungen, Depressionserkrankungen und Einsamkeit.

Erschöpfungszustände und Somatisierungsstörungen

Mit jeder Dezibel-Verringerung des Signalrauschabstands (dB SNR) des Hörvermögens der Patienten, verschlimmerten sich Erschöpfungszustände und Somatisierungsstörungen mit 2 %.

Depressionserkrankungen

Das Risiko, eine moderate oder schwere Depression zu entwickeln, stieg mit 5 % für jedes Dezibel, mit dem der Signalrauschabstand verringert wurde.

Einsamkeit

Schwere und hochgradige Einsamkeit verschlechterten sich mit 7 % für jede Dezibel-Verringerung des Signalrauschabstands (dB SNR) des Hörvermögens der Patienten.

Unterschied zwischen Altersgruppen

Die verschiedenen Altersgruppen zeigten unterschiedlich starke Zusammenhänge zwischen Hörvermögen und psychosozialer Gesundheit, wobei Einsamkeit bei den 18 bis 30-jährigen Probanden besonders stark verbreitet war. Bei den Teilnehmern mittleren Alters (40-50 Jahre) traten die meisten psychosozialen Gesundheitsprobleme auf.

Zur Studie

In der Studie wurden Daten der niederländischen landesweiten Längsschnittstudie zum Thema Hören (National Longitudinal Study on Hearing; NL-SH) verwendet. Die NL-SH ist eine fortlaufende prospektive Kohortenstudie, in der das Verhältnis von Hörbeeinträchtigungen und verschiedenen Lebensbereichen untersucht wird. Insgesamt haben 1511 Personen an der im Internet durchgeführten Studie teilgenommen. Die Studie zum Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und psychosozialen Erkrankungen war auf die Grunddaten der NL-SH aus dem Zeitraum von November 2006 bis November 2007 aufgebaut.

In der Studie wurde das Hörvermögen der Teilnehmer anhand eines Online-Tests zur Spracherkennung in lauten Umgebungen ermittelt. Die Angaben zur eigenen psychosozialen Gesundheit der Teilnehmer wurde mithilfe digitaler Fragebögen bewertet.

Die Studie wurde unter dem Titel „The Association Between Hearing Status and Psychosocial Health Before the Age of 70 Years: Results From an Internet-Based National Survey on Hearing” in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Ear and Hearing“ veröffentlicht.

Quellen: www.ncbi.nlm.nih.gov und „Ear and Hearing“