Ohrpassstücke für Hörgeräte

Manchmal benötigen Sie Ohrpassstücke für Ihre Hörgeräte. Diese sollten passgenau in Ihren Gehörgängen sitzen. Deshalb müssen zunächst Abdrücke Ihrer Gehörgänge gemacht werden.

Manche Hörgeräte müssen zusammen mit einem Ohrpassstück getragen werden. Ein Ohrpassstück, auch Otoplastik genannt, wird immer individuell für Sie angefertigt. Als einer der ersten Schritte bei der Herstellung solcher Otoplastiken werden Abdrücke von den Gehörgängen des Patienten genommen. Jeder Gehörgang ist einzigartig, genau wie es keine zwei identischen Fingerabdrücke oder Ohrmuscheln gibt.

Bei der sogenannten Ohrabformung wird eine Art Wachs in den Gehörgang gefüllt, das schon nach einigen Minuten restlos entfernt wird. Dieser Vorgang tut nicht weh, kann sich aber etwas merkwürdig anfühlen, so als würden die Ohren mit Wasser gefüllt. Der Abdruck wird dann zur Herstellung des richtigen Ohrpassstücks verwendet. Die Anfertigung einer solchen Otoplastik dauert in der Regel ein paar Tage oder Wochen.

In-dem-Ohr-Hörgeräte

Das Gehäuse eines In-dem-Ohr-Hörgerätes ist eigentlich ein Ohrpassstück, das genau in ihren Gehörgang passen muss. Wenn Sie sich für ein In-dem-Ohr-Hörgerät entscheiden, muss ein Abdruck Ihres Gehörgangs genommen werden. Mit anderen Worten muss das Gerät an die individuelle Form Ihres Ohres angepasst werden, da nur ein maßgeschneidertes Ohrpassstück richtig und komfortabel sitzt.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte

In manchen Fällen muss auch für Hinter-dem-Ohr-Geräte ein Ohrpassstück angefertigt werden. Bei einem schweren oder hochgradigen Hörverlust oder einer ernsteren Tieftonschwerhörigkeit kann es sein, dass Sie Otoplastiken für Ihre Hörgeräte benötigen. Ihr Hörgeräteakustiker berät Sie gerne und empfiehlt Ihnen die richtige Lösung für Ihre Ohren.

Ohrpassstücke für Kinder

Viele schwerhörige Kinder tragen ihre Hörgeräte zusammen mit Ohrpassstücken. Die Ursache dafür ist von Kind zu Kind unterschiedlich: die Art oder der Grad der Schwerhörigkeit, von der das Kind betroffen ist, bestimmen dabei ob eine Otoplastik notwendig ist. Oftmals sind Ohrpassstücke ganz einfach praktisch – Hörgeräte mit einer sogenannten „offenen Versorgung“ sind viel empfindlicher und schwerer zu handhaben, was sie nicht gerade zu einer optimalen Hörlösung für aktive Kinder macht.

Da die Ohren bei Kindern immer noch wachsen und heranreifen, müssen regelmäßig neue Ohrpassstücke für die kleinen Patienten angefertigt werden.

Reinigen der Ohrpassstücke

Um den bestmöglichen Tragekomfort und Funktion zu sichern ist es sehr wichtig, dass Sie die Ohrpassstücke Ihrer Hörgeräte regelmäßig reinigen. In der Regel werden diese dabei vom Hörgerät abgenommen. Nach dem Reinigen müssen die Otoplastiken sorgfältig getrocknet werden, da Wassertropfen die Schallübertragung verschlechtern.

Sich an die Ohrpassstücke gewöhnen

Beim ersten Tragen können Sie die Ohrpassstücke durchaus als störend empfinden. Im Regelfall dauert es ein wenig, bis Sie sich an das neue Gefühl gewöhnt haben.

Es kann durchaus sein, dass Ihre Otoplastiken nochmals angepasst werden müssen, bevor sie richtig sitzen.

Manchmal können folgende Probleme beim Gebrauch von Ohrpassstücken auftreten:

  • Unangenehme Schallblockierung, auch Okklusionseffekt genannt.
  • Akustische Rückkopplung des Hörgerätes.
  • Unerwünschte und übermäßige Ansammlung von Ohrenschmalz (Cerumen) im Gehörgang.
  • Allergische Reaktionen.

Schallblockierungen sind nicht nur unangenehm, sondern erschweren es Ihnen auch die Stimmen anderer wahrzunehmen. Oftmals kann nur die eigene Stimme gehört werden. Dieses Problem kann gewöhnlich durch eine individuelle Bohrung („Vent“) im Ohrpassstück behoben werden. Die Vents müssen oft mehrere Male angepasst werden, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Eine akustische Rückkopplung ist eine Art hoher Pfeifton, der auftritt, wenn verstärkter Schall aus einem beliebigen Teil des Hörgerätes austritt und wieder vom Empfänger erfasst wird. Dieses akustische Phänomen tritt auf, wenn die Otoplastiken nicht passgenau sitzen.

Hinter den Ohrpassstücken Ihrer Hörgeräte kann sich Ohrenschmalz in größeren Mengen im Gehörgang anhäufen. Ohrenschmalz (Cerumen) kann die Schallübertragung beeinträchtigen, weshalb Sie, trotz Hörgeräten, schlechter hören werden.

Letztendlich können die Materialien, die zur Herstellung des Ohrpassteils benutzt werden, allergische Reaktionen hervorrufen. Tritt dieser Fall ein, ist eine Otoplastik aus antiallergenem Material die beste Wahl für Sie.

Meine Stimme klingt merkwürdig

Wenn Sie Hörgeräte mit Ohrpassstücken oder In-dem-Ohr-Hörgeräte zum ersten Mal nutzen, kann Ihnen der Klang Ihrer eigenen Stimme verzerrt und merkwürdig vorkommen. Genauer gesagt, kann sich Ihre Stimme plötzlich hohl oder dröhnend anhören, als ob Sie in einem Tunnel sprechen. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache als Okklusions- oder Verschlusseffekt bezeichnet. Tritt dies bei Ihnen auf, sollten Sie sich an einen Hörgeräteakustiker wenden. Oftmals sind nur ein paar minimale Anpassungen Ihres Hörgerätes notwendig, um das Problem zu beheben.

 

Regelmäßig den hear-it-Newsletter erhalten.