Arbeiter setzen Gehör aufs Spiel

Vier von zehn Arbeitern in Madrid riskieren Hörverlust wegen hoher Lärmbelastung am Arbeitsplatz.

Die spanische Arbeitsunion , CC.OO, sammelte Daten von 845 Unternehmen in Madrid als Teil des 2005 durchgeführten Programmes zur Vorbeugung von Schäden am Arbeitsplatz. Die Daten zeigten, dass 38 Prozent aller Angestellten während eines Arbeitstages schädigendem Lärm ausgesetzt waren. Fast 14 Prozent gaben an, dass sie bei der Arbeit von kontrolliertem Lärm umgeben sind, und 47 Prozent sagten, sie sind auf der Arbeit keinem Lärm ausgesetzt.

Trotz der vielen lauten Arbeitsplätze ist Schwerhörigkeit als Arbeitsschaden nicht offiziell anerkannt. Laut Daten aus dem Jahre 2004 wurden nur 43 Fälle von Hörverlust in Madrid als durch die Arbeit ausgelöste Schäden eingestuft.

Diese Untersuchungen wurden auf dem Symposium für Vorbeugung, Lärmkontrolle und Lärmbelastung am Arbeitsplatz im Oktober 2005 in Madrid vorgestellt. Auf dem Symposium wurde hervorgehoben, dass „Lärm der häufigste aber zugleich auch unsichtbarste Risikofaktor im Arbeitsfeld darstellt. Er wird sogar als notwendiges Übel angesehen, besonders im Industriesektor”, schrieb terra.es.

In Spanien sind fast 40 Prozent aller Arbeiter in ihrem täglichen Arbeitsumfeld schädigenden Lärmpegeln ausgesetzt, so eine kürzlich durchgeführte Studie des Nationalen Institutes für Sicherheit und Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz.

Lärm ist eines der Hauptprobleme an europäischen Arbeitsplätzen. Darum zielte die 2005 durchgeführte Kampagne “Schluss mit Lärm” der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz darauf ab, Arbeitgeber und –nehmer auf die Risiken durch Lärmverschmutzung aufmerksam zu machen. Zusätzlich kündigt die Agentur eine neue Europäische Kommissionsdirektive an, die 87 dB als maximal erlaubten Lärmpegel am Arbeitsplatz anstatt der jetzigen 89 dB einführen soll.

Quelle: actualidad.terra.es, 06.10.2005

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