15 September 2008

Bitte hergehört!

Laut einer holländischen Studie wissen Jugendliche sehr wohl, dass Lärm dem Gehörsinn schadet. Sie ignorieren diese Gefahr aber dennoch.

Auch wenn Jugendliche sich durchaus der Gefahr, welche von Lärm ausgeht, bewusst sind, drehen sie den Lautstärkeregler ihrer IPods oder Mp3-Player voll auf. Sie glauben nicht daran, dass sie selbst betroffen sein könnten – solange, bis es geschieht.

Dies zeigte eine Untersuchung unter 72 Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren, durchgeführt an zwei verschiedenen holländischen Schulen.

Eltern und Hersteller von Musikabspielgeräten werden zu mehr Verantwortung aufgefordert

”Wir empfehlen Eltern, ihre Kinder besser aufzuklären, was die Langzeitschäden von Lärm und die Auswirkungen auf den Gehörsinn anbelangt. Auch das Thema, „wie benutze ich einen MP3-Player richtig“ sollte diskutiert werden” so Ineke Vogel von der Universität und dem medizinischen Center in Rotterdam.

Generell raten die Forschern dazu, mehr auf mögliche Symptome von Hörverlust und Tinnitus, so wie dem Klingeln in den Ohren, bei Kindern und Jugendlichen zu achten. Auch sollte ein Auge auf die Lautstärke, mit denen Kinder ihre Mp3-Player hören, geworfen werden. Nur wenige Jugendliche gaben in der Untersuchung an, von ihren Eltern über die Gefahren von Lärm aufgeklärt worden zu sein.

Die holländischen Forscher sind der Meinung, dass auch die Hersteller der Musikabspielgeräte mehr Verantwortung übernehmen sollten. Lautstärkebegrenzungen oder Warnsysteme bei der Überschreitung gewisser Lautstärken werden gefordert. Denn die Untersuchung zeigte deutlich, dass Jugendliche nicht wissen, wann die Lautstärke gefährlich wird.

Faustregel

Eine gute Faustregel laut Vogel und ihren Kollegen ist, dass die Lautstärke niemals höher als 60 Prozent des Möglichen aufgedreht werden sollte, verwendet man Kopfhörer, die im Ohr befestigen werden. Bei richtigen Kopfhörern liege die Grenze bei 70 Prozent der maximalen Lautstärke.

Vogel und ihr Team finden, dass auch generelle Bestimmungen für Lärm in der Freizeit erforderlich sind, genau so wie die bereits eingeführten Bestimmungen zur Lärmbelastung am Arbeitsplatz.

Quelle: www.reuters.com; The Journal of Pediatrics, March 2008

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