Deutschland

Organisation und Finanzierung

Die Hörgeräteversorgung in Deutschland wird als Sachleistung erbracht, für die vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen Festbeträge gezahlt werden. Eine beidseitige Versorgung wurde mit 750 bis 800 Euro festgesetzt, für an Taubheit grenzend Schwerhörige mit 1500 bis 1600 Euro. Einige private Gesundheitsversicherungen übernehmen sogar 100 Prozent der Kosten.

Testen und Behandlung

Schwerhörige suchen zunächst ihren HNO-Arzt auf, der entsprechende Hörgeräte verschreibt. Zugelassene, private Hörgeräteakustiker passen anschließend die Hörgeräte an.

Hörgeräte für Kinder werden von Fachkräften der Audiologie verschrieben und speziell ausgebildeten Pädakustikern angepasst.

Wartelisten

Da ein Großteil des audiologischen Gesundheitssystems in Deutschland in privater Hand ist, gibt es keine Wartelisten für Hörgeräte.

Hörgerätearten

Das deutsche System der Zusammenwirkung zwischen HNO-Ärzten und privatwirtschaftlichen Hörgeräteakustikern ermöglicht Hörgeschädigten große Freiheit bei der Wahl ihrer Hörgeräteversorgung. Wer Hörgeräte wählt, die teurer sind als der Festbetrag, muss nachweisen, dass die gewählten Hörgeräte hinsichtlich der Sprachverständlichkeit u.a. auch im Störgeräusch und in größeren Personengruppen einen erheblichen Vorteil bringen. Kann er das nicht belegen, muss er die Mehrkosten selber zahlen. Die Preise für ein Hörgerät können zwischen 1500 und 3.000 Euro liegen.

Garantien, Batterien und Wartung

Die Krankenkassen tragen Reparaturen und Wartung der Geräte.

In Deutschland gibt es keine öffentliche Bezuschussung von Batterien.

Quelle: Dieser Artikel wurde mit Hilfe des Deutschen Schwerhörigenbund e. V. verfasst.