11 Januar 2012

Ein Hörtest kann nicht jeden Hörverlust aufzeigen

Mancher Hörverlust kann nur schwer mit den herkömmlichen Methoden nachgewiesen werden. Ein mehr detaillierter Hörtest jedoch kann das. Dies ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes.

Manche Menschen leiden an einer Art Hörverlust, die herkömmliche Hörtests nicht nachweisen können. Ein dänisches Forschungsprojekt macht sich eine Methode zu nutzen, die genau aufzeigt, worin das Problem besteht.

Hörprobleme, die nicht mit herkömmlichen Methoden aufgezeigt werden können, werden „Obskure auditive Dysfunktion“ (Obscure auditory dysfunction) genannt. Bei herkömmlichen Hörtests wird das Hörvermögen bei 250, 500, 1000, 2000 und 4000 Hertz gemessen. Die Frequenzen, die dazwischen liegen, werden nicht näher betrachtet.

Christian Brandt, Forscher an der Süddänischen Universität hat 14 Patienten mit Hörstörungen untersucht, die von den traditionellen Tests nicht aufgezeigt werden. Er hat das Hörvermögen der Betroffenen untersucht und dabei nur sehr geringe Frequenzveränderungen vorgenommen, vergleichbar mit den Tönen auf einem Klavier.

„Mit meiner Untersuchungsmethode konnte ich den Hörverlust der Betroffenen nachweisen“, so Brandt gegenüber der Zeitschrift „Hørelsen“, der Mitgliederzeitschrift der dänischen Schwerhörigenorganisation.

Wo liegt das Problem?

Im Rahmen seiner Versuchsreihe konnte Brandt das Problem lokalisieren. 11 Patienten hatten eine beschädigte Cochlea, während bei den anderen der Ursprung des Hörverlusts in der Geräuschverarbeitung im Gehirn lag.

„Wenn das Ohr die Signale nicht ordnungsgemäß ans Gehirn weiterleitet, hat das Gehirn keine Chance das Signal zu verarbeiten. Aber auch wenn das Gehirn das richtige Signal erhält und dieses nicht verarbeiten kann, kann die betroffene Person nicht richtig hören“, erklärt der Forscher.

Zwei Arten von Hörsinneszellen

Oft ist eine Schwerhörigkeit die Folge einer Schädigung in der Cochlea. Dort befinden sich unzählige Haarsinneszellen, die die Geräusche aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten. Christian Brandt erklärt, dass es zwei Arten dieser Sinneshaarzellen gibt. Die Außenzellen, die das Signal verstärken und die inneren Zellen, die den elektrischen Impuls erzeugen, der an das Gehirn weitergeleitet wird.

„Wenn die äußeren Zellen beschädigt sind, kann man durchaus noch hören. Die Töne werden aber sehr schwach wahrgenommen, da sie nicht verstärkt werden. Betrifft die Schädigung der Zellen die inneren Zellen, kann die betroffene Person gar nichts hören, da der elektrische Impuls nicht an das Gehirn weitergeleitet wird“, erklärt der Forscher weiter.

Quelle: Hørelsen, Januar 2010.

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