10 März 2020

Einseitig Ertaubte können von einem Cochlea-Implantat profitieren

Neuere Studien zeigen, dass ein Cochlea-Implantat die Kommunikationsfähigkeit einseitig ertaubter Personen verbessert. Das Implantat unterstützt das Sprachverständnis der Patienten und hilft ihnen dabei, Töne und Geräusche zu lokalisieren.

Ganze drei wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Cochlea-Implantate das Gehör einseitig Ertaubter verbessern.

Einseitige Taubheit liegt vor, wenn der Betroffene auf dem einen Ohr normal oder nur ein wenig schlechter hört, auf dem anderen Ohr jedoch einen schweren bis hochgradigen Hörverlust hat.

Ein Cochlea-Implantat kann bei der Behandlung einseitiger Taubheit eingesetzt werden, wenn der Betroffene auf einer Seite des Kopfes an schwerem oder hochgradigem sensorineurale Schwerhörigkeit leidet. Eine Behandlung kann nur erfolgreich sein, wenn die Hörschnecke auf der „besser hörenden Seite” des Kopfes gesund ist.

Töne und Geräusche lokalisieren

Eine österreichische Studie (1) zeigte, dass einseitig ertaubte Personen tatsächlich von einem Cochlea-Implantat profitieren können. Dies gilt besonders in Umgebungen, in denen das Hören sonst schwerfällt. Mit Hilfe ihrer implantierbaren Hörlösung können die Betroffenen Schallquellen anhand interauraler Pegelunterschiede besser ausmachen. Die Studie machte zudem deutlich, dass Cochlea-Implantate für Patienten mit einem unilateralen Hörverlust eine vielversprechende Behandlungsmethode darstellen.

Kommunikationsfähigkeit

In einer weiteren Studie (2) werteten kolumbianische Forscher Hörergebnisse und Kommunikationsfähigkeit erwachsener Patienten, deren einseitige Taubheit mit einem Cochlea-Implantat behandelt worden war, aus. Sie konnten belegen, dass Cochlea-Implantate die kommunikativen Leistungen ihrer Träger steigerten. Auch die Fähigkeit, Töne und Geräusche in lauten Umgebungen voneinander unterscheiden zu können, wurde verbessert.

Sprachverständnis

Letztendlich evaluierte eine dritte Studie (3) das Sprachverständnis einseitig ertaubter Cochlea-Implantatträger. In der Studie wurden die Langzeitergebnisse audiometrischer Messungen, die Fähigkeit zur Lokalisation von Schallquellen, die Vorteile des binauralen (beidohrigen) Hörens sowie die Tinnituseinschätzung bei Patienten mit einem unilateralen, schweren bis hochgradigen Hörverlust unter die Lupe genommen. Die Probanden zeigten eine bedeutende Verbesserung des Sprachverständnisses. Darüber hinaus verfeinerte sich die Lokalisation von Schallquellen.

Die Studien

Die erste Studie wurde unter dem Titel „Single Sided Deaf Cochlear Implant Users in the Difficult Listening Situation: Speech Perception and Subjective Benefit”(1) in der wissenschaftlichen Zeitschrift Otology & Neurotology veröffentlicht.

Die zweite Studie (2) wurde in der Zeitschrift Cochlear Implants International herausgegeben. Sie trägt den Titel „Cochlear implant in patients with single sided deafness: hearing results and communicative Benefits”.

Die dritte Studie (3), „Long-term Audiologic Outcomes After Cochlear Implantation for Single-Sided Deafness“, wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift The Laryngoscope gedruckt.

Quellen: www.ncbi.nlm.nih.gov, die Zeitschriften Otology & Neurotology, Cochlear Implants International und The Laryngoscope.

 

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