13 April 2021

Erster WHO World-Report zum Thema Hören

Erstmalig hat die WHO einen weltweiten Rapport zum Thema Hören herausgegeben. Demnach werden im Jahr 2050 weltweit schätzungsweise 2,5 Milliarden Menschen mit Schwerhörigkeit leben. Der Bericht hält zudem fest, dass unbehandelte Schwerhörigkeit jährlich Kosten von rund einer Trillion Internationaler Dollar verursacht. Gleichzeitig ist es wirtschaftlicher, in die Behandlung von Ohrenkrankheiten sowie eine verbesserte Hörgesundheit zu investieren.

Die Weltgesundheitsorganisation hat zum ersten Mal einen sogenannten World-Report zum Thema Hörgesundheit herausgegeben.

2.5 Milliarden Schwerhörige in 2050

Die WHO nimmt an, dass im Jahre 2050 fast 2,5 Milliarden Menschen mit einem Hörverlust leben werden. Laut dem Bericht werden mindestens 700 Millionen der betroffenen Rehabilitationsleistungen beanspruchen. Mit anderen Worten wird im Jahr 2050 rund jeder Vierte Hörprobleme haben.

Im Vergleich dazu leben heute rund 1,5 Milliarden Menschen mit einer Hörminderung.

Die Anzahl der Personen, die weltweit und in den einzelnen WHO-Regionen von Hörverlust betroffen sind, liegt bei:

Weltweit
Heute: 1,5 Milliarden
2050: 2,5 Milliarden

Afrika
Heute: 136 Millionen
2050: 337 Millionen

Nord- und Südamerika
Heute: 217 Millionen
2050: 332 Millionen

Östliche Mittelmeerländer
Heute: 78 Millionen
2050: 194 Millionen

Europäischer Raum
Heute: 196 Millionen
2050: 236 Millionen

Südostasiatischer Raum
Heute: 401 Millionen
2050: 666 Millionen

Westpazifischer Raum
Heute: 546 Millionen
2050: 776 Millionen

Hearing loss today and in 2050 - German

Sollte es nicht gelingen, etwas gegen diese Tendenz zu unternehmen, wird dies die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen sehr belasten sowie Kosten für deren Versorgung verursachen. Dazu kommen laut der WHO die finanziellen Verluste, die durch den Ausschluss der Betroffenen aus Kommunikation, Bildung und Erwerbstätigkeit entstehen.

Der Bericht hält jedoch fest, dass Hörminderungen in vielen Fällen durch wirksame und zugängliche Maßnahmen vorgebeugt werden kann. Bei mehr als einer Milliarde junger Menschen besteht das Risiko eines vermeidbaren Hörverlustes, während rund 200 Millionen von vermeid- oder behandelbaren chronischen Ohrenentzündungen betroffen sind. Beides gibt dringend Anlass zu Handlung.

Mehr Menschen müssen behandelt werden

Die WHO nennt in ihrem aktuellen Bericht, dass innovative, kostengünstige technische und klinische Lösungen das Leben der meisten Schwerhörigen verbessern können. Millionen Betroffene profitieren sogar jetzt schon von diesen Entwicklungen. Zusammen mit innovativer Technik können vernünftige öffentliche Gesundheitsstrategien sichern, dass alle diese Vorteile für sich nutzen können. Dies gilt besonders den unterversorgten und abgelegenen Teilen der Welt.

Eine Trillion Dollar jährlich

Der Bericht dokumentiert, dass unbehandelter Hörverlust bei der aktuellen Prävalenzrate jährlich rund eine Trillion Internationale Dollar kostet. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen.

Die WHO empfiehlt, Ohr- und Hörgesundheit für alle zugänglich zu machen. Dies beinhaltet Ohr- und Hörversorgungsleistungen in nationalen Gesundheitsstrategien, um die Zahl der von unbehandelter Schwerhörigkeit Betroffenen zu verringern. Dies wird nicht nur denjenigen, die mit einer unbehandelten Hörminderung leben, helfen, sondern auch die gesellschaftlichen Kosten, die durch die fehlende Behandlung von Hörverlusten entstehen, reduzieren.

Laut der WHO hat sich die Investition in Ohr- und Hörgesundheitsvorsorge schon jetzt als wirtschaftlich erwiesen. Regierungen können zudem mit einem Gewinn von fast 16 Internationalen Dollar pro investiertem Dollar rechnen.

COVID-19

In ihrem aktuellen Bericht nennt die WHO auch, dass die durch COVID-19 verursachten weltweiten Lockdowns die Bedeutung eines guten Gehörs und des Bedarfs an Ohr- und Hörgesundheit unterstrichen haben: Wenn uns der visuelle und soziale Kontakt genommen wird, können wir nur durch unseren Hörsinn miteinander in Verbindung bleiben.

Der Bericht kann auf der Webseite der WHO heruntergeladen werden. (Der Bericht ist auf Englisch verfügbar).

Quelle: www.who.int

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