03 Dezember 2012

Falsche Ergebnisse bei Hörtests von Kaiserschnitt-Babys

Forscher empfehlen, dass an Babys, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, der Routine-Hörtest nicht innerhalb der ersten Tage nach der Geburt durchgeführt wird. Dadurch könnte die Anzahle falsch positiver Test wesentlich reduziert werden.

Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, haben ein größeres Risiko, bei dem obligatorisch durchgeführten Hörscreening durchzufallen, obwohl ihr Gehör völlig funktionstüchtig ist. Darauf deutet eine Studie hin.

Laut der Forscher entsteht das Problem, wenn der Hörtest innerhalb der ersten zwei Lebenstage durchgeführt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Neugeborenen den Test fälschlicherweise nicht bestehen, sehr hoch im Vergleich zu Babys, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind.

Es gehe darum, diesen falschen Test, die nötige Wiederholung des Tests und die damit verbundenen Ängste der Eltern zu vermeiden. Daher empfehlen die Forscher, den Test bei Kaiserschnitt-Babys zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen.

Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, das Gehör von Neugeborenen innerhalb des ersten Lebensmonats testen zu lassen. Die Kind werden meist noch bevor die das Krankenhaus verlassen, getestet.

In die Studie gingen die Daten von über 1.600 ein, die in einem Krankenhaus in Israel geboren wurden und einen Hörtest durchliefen, bevor sie das Krankenhaus verließen.

Falscher Alarm

Die Forscher fanden heraus, dass Kaiserschnitt-Kinder, die in den ersten zwei Tagen einen Hörtest durchliefen, diesen mit einer Wahrscheinlichkeit von 21 Prozent nicht bestanden. Im Vergleich liegt diese Zahl bei Babys, die durch eine natürliche Geburt auf die Welt kamen, nur bei 7 Prozent.

Nach den ersten zwei Tagen lag die Wahrscheinlichkeit, den Hörtest nicht zu bestehen, bei den Kaiserschnitt-Babys bei 8 Prozent im Vergleich zu den normal geborenen Kindern bei 1 Prozent.
Letzten Endes bestanden alle Babys den angeordneten Wiederholungstest, der zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt wurde. Alle negativen Hörtests hatten damit ein falsches Ergebnis gebracht.

Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, bleiben meist länger im Krankenhaus, da sich die Mutter nach dem Eingriff erholen muss. Damit stellt eine Verschiebung des Zeitpunktes der Höruntersuchung bei Kaiserschnittbabys kein praktisches Problem dar.

Flüssigkeit im Mittelohr

Genaue Ursachen für die hohe Fehlerrate bei den Höruntersuchungen von Kaiserschnitt-Babys konnte die Studie nicht aufdecken. Forscher vermuten, das die Flüssigkeit, die sich im Innenohr sammelt, Ursache für das Phänomen ist. Diese Flüssigkeit wird bei Babys, die den Geburtskanal passieren, auf natürliche Weise herausgedrückt. Daher haben Kaiserschnitt-Babys nach der Geburt mehr Flüssigkeit im Ohr, die in den ersten Lebenstagen verschwindet.

Die Forschungsergebnisse, die im Meyer Children's Hospital in Haifa gesammelt wurden, wurden in der Fachzeitschrift, Pediatrics, veröffentlicht.

Quelle: www.reuters.com

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