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10 Januar 2018

Gehirntraining verbessert Hörvermögen in lauter Umgebung

Menschen mit Hörverlust haben oft Probleme mit dem Verständnis an Orten mit lauten Hintergrundgeräuschen wie Restaurants oder Meetings. Das gilt auch Hörgeräteträger. Mittels Gehirntraining können die Betroffenen mehr aus den Hörgeräten herausholen.

Gehirntraining verbessert Hörvermögen in lauter Umgebung

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass ältere Menschen mit Hörverlust ihr Sprachverständnis in lauten Situationen verdreifachen können, indem sie mit einer speziellen Methode trainieren.

Gehirntraining – Aber wie?

Das Gehirntraining, Audiogame, wurde entwickelt, um die Fähigkeit Gesprächen folgen zu können, zu verbessern. Hierbei werden die Teilnehmer gebeten, feinste Abweichungen zwischen vorhergesagtem und tatsächlichem Feedback zu erkennen, während sie ihre Fingerspitzen durch eine virtuelle Klanglandschaft bewegen.

Alle Teilnehmer verbringen acht Wochen lang 3,5 Stunden pro Woche mit dem Gehirntraining. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 70 Jahre alt. Alle hatten leichten bis schweren Hörverlust und hatten durchschnittlich sieben Jahre lang Hörgeräte getragen.

Hörverlust beginnt im Gehirn

Nach dem Training konnten die Teilnehmer 25% mehr Wörter bei starken Hintergrundrauschen verstehen. Das Training führte zu einer Verdreifachung des Nutzens der Hörgeräte in Bezug auf das Verständnis in lauten Situationen, erklärte Forscher Daniel Polley, Massachusetts Eye and Ear und Harvard Medical School, USA. Damit seien die Teilnehmer deutlich besser in der Lage, Lärm herauszufiltern und zwischen einem Sprecher und den Hintergrundgeräuschen zu unterscheiden.

"Diese Ergebnisse unterstreichen, dass das gesamte Gehirn für das Sprachverständnis bei lauten Hintergrundgeräuschen zuständig ist und nicht ausschließlich das Ohr", so Daniel Polley.

Über die Studie

An der Studie nahmen 24 ältere Menschen teil, die nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Eine Gruppe trainierte mit der Methode und die andere Gruppe war eine Kontrollgruppe, die eine Methode trainierte, das das auditive Arbeitsgedächtnis herausforderte und von dem nicht erwartet wurde, dass es die Sprachverständlichkeit beeinflusst.

Die Studie " Audiomotor Perceptual Training Enhances Speech Intelligibility in Background Noise" wurde im Oktober 2017 in Current Biology veröffentlicht.

Quellen:www.doi.org,www.sciencedaily.com undwww.medicalexpress.com

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